Sonntag, 31. Mai 2009


Klabautermann,
Klabauterfrau,
Klabauterhund,
sind inzwischen in Stralsund.


Sonntag, 24. Mai, 2009
Um 9 Uhr heisst es Leinen los. „Südliche Winde um 3 Bft,. am Nachmittag abflauend“sind vorhergesagt. Gegen Mittag schläft der Wind ein, also Motor an. Als wir so dahintuckern, taucht plötzlich Flipper neben dem Boot auf, dann noch einer und noch einer. Mindestens ein halbes Dutzend Delfine begleiten uns eine halbe Stunde lang. Gibt’s denn Delfine in der Ostsee? Bei der nächsten Gelegenheit googeln wir und lesen, dass Delfine inder Ostsee eher seltene Gäste sind..“In der Ostsee sind (im Sept. 2007) zwischen der Halbinsel Darß und der Insel Hiddensee erstmals seit mehreren Jahren Delfine beobachtet worden. Forscher zeigten sich überrascht - sie vermuten einen Zusammenhang mit der Erderwärmung“. Gehören wir nun zu den Glücklichen, die Delfine in der Ostsee gesichtet haben? Des Rätsels Lösung finden wir eine Woche später, beim Besuch des Ozeaneums in Stralsund....
Wir überqueren eine Hauptverkehrsroute. Kaum zeigt sich ein Dampfer am Horizont sorgt das für Aufregung: „Aaalfred, der konnt direkt uf is zu, was mus i mache?“
Als wir Darsser Ort (der Hafen ist leider geschlossen) passiert haben, kommt etwas Wind auf. Wir segeln ein paar Meilen mit 3-4 Knoten. Doch dann dreht er auf Ost, genau dort wo wir hin wollen und wir müssen wieder motoren. 25 Meilen immer der Küste entlang, endlos....
Da setzt plötzlich wieder der Motor aus. Nein nur das nicht! Alfred versucht wieder mit dem Benzinfilter: ausbauen, durchblasen, einbauen....starten.... nach mehreren Versuchen tuckert er wieder... Vodoo, Vodoo. Jeden Tag ein Abenteuer! Das war’s dann wohl? Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Um 8 Uhr nähern wir uns Barhöft. Wir halten uns peinlich genau an die Navigationsanweisungen. Denn „festgekommeneYachten sind keine Seltenheit“..... und dann sitzen wir wieder fest. Wie’s dazu kam, wollen wir hier nicht im Detail untersuchen. Wir probieren rückwärts mit Motor, Baum ausfahren und krängen... keine Chance.
Zum Glück ist in Barhöft der Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ stationiert. Und siehe da, plötzlich kommt aus dem Bauch der „Theo Fischer“ ein Rettungsboot .... halleluja, das Glück ist mit den Dummen! Zuerst reichen sie uns ein rotes Mäppchen, mit einem Formular, das wir unterschreiben müssen – die Retter haften nicht für allfällige Schäden! Dann geht’s ruckzuck, wir sind frei.... Danke! Was sind wir schuldig? – Das kostet, nichts! Wir bedanken uns, als wir im Hafen sind mit einer Flasche Wein.
Um 9.30 Uhr machen wir in Barhöft fest. 12 Stunden, 47 sm, davon 43 sm mit Motor. Nach dem Nachessen (Gschwellti mit Käse) sinken wir erschöpft in die Kojen.
Montag, 25. Mai, 2009
Endlich mal wieder ein Tag ohne Abenteur!
Beim gemütliches Frühstück, mit frischen Brötschen, Heidelbeermuffins, mmmmhhh.. beschliessen wir eine Woche in Rügen zu verbringen. Der freundliche Hafenmeister – hat auch ein Folkeboot, mit dem er am Mittwoch in Stralsund Regatta segelt – gibt uns ein paar Tipps, „wo’s am schönsten ist“. Ein Muss ist Hiddensee! So nehmen wir Kurs auf Neuendorf, 12 sm entfernt. Der Himmel am Morgen noch grau, am Mittag aber strahlend blau. Eine leichte Brise, Segeln vom Feinsten!
In Hiddensee angekommen, mieten wir uns beim Hafenmeister Fahrräder und erkunden die Insel. Hiddensee ist autofrei, alle sind mit dem Velo unterwegs, oder zu Fuss. Wir sind nicht die Einzigen, wie das wohl in der Hauptsaison hier zu geht. Wunderschöne Heidelandschaft, wechselt mit Magerwiesen, Föhrenwälder, ein Schäfer mit einer Schafherde. Schnuckelige weiss getünchte Häuser mit reetgedeckten Walmdächern. Wir sind begeistert. Wir radeln 10 km bis zum Leuchtturm auf dem Dornbusch, zum nördlichen Ende der Insel.
Auf dem Rückweg machen wir Halt in einem Gartenrestaurant und essen feinen Fisch. Hundemüde (inclusive Dixi nach 20 km neben dem Velo rennen) sinken wir in die Koje. Ein toller Tag!!!

Dienstag, 26 Mai, 2009
Eine frische Brise aus OSO. Wir nehmen Kurs auf Breege. Tagesereignisse? Nichts besonderes, ausser dass beim Ablegen sich ein Festmacher um die Schraube wickelt, kein Problem..... und im Vitter Bodden wechselt die Betonnung steuerbord sind plötzlich die grünen...fehlende Nummern...? Alfred ist verwirrt und die detaillierte Karte ist nicht zur Hand....STOPP! .... vorsichtig von einer grünen zur nächsten ....und schon sitzen wir wieder fest. Diesmal haben wir aber Glück, wir drehen uns um 180° und kommen mit Segel-Motorkraft wieder frei!!!
Beim Anlegen stottert der Motor wieder und geht aus. Aber zum Glück sind wir schon in der Box . Breege ist ein hübsches Städtchen mit einer Segelschule und einem Charterunternehmen. Wir haben ein geschütztes Plätzchen – Morgen ist wieder West Nordwest >6 Bft. angesagt. Zum Nachtessen gibt’s Räucherfisch mit Gschwellten.... mmmmhhhh FEIN!
Es ist drückend schwül und am Abend kommt dann das angekündete Gewitter, das heisst es streift uns nur.

Mittwoch, 27 Mai 2009
Es bläst kräftig, wie angekündet, aber am Abend soll der Wind abnehmen. Alfred kauft Brötchen, Apfelstrudel und anderes Süsses. Wir mieten Velos und radeln der Küste entlang zum Kap Arkona dem Nordkap Deuschlands. Am Morgen ist der Himmel noch grau, inzwischen wieder strahlend blau. Riesige gelbe Rapsfelder, grüne Gerstenfelder, herrliche Ausblicke auf die Ostssee. Wir besteigen den neuen Leuchtturm, toller Blick auf die Ostsee und Rügen. Der alte Leuchtturm ist Standesamt, die Paare sind davor auf Steinplatten verewigt.... Wir sind trotz Vorsaison nicht allein. Scharen von Touristen.
Wieder zrück in Breege stärken wir uns erst mal mit Leberwurstbrot und dem Rest Räucherfisch. Der Wind hat nachgelassen. Alfred will los. Immer noch zuviel Wind findet Monika…. Kompromis: erst mal nur mit Fock, und im Gross binden wir vorsorglich ein Reff ein.
Der Wind lässt weiter nach. Wir setzen das Gross und sausen dann mit 6 – 7 Knoten unserm Ziel Ralswiek, am SO Ende des Jasmunder Boddens gelegen, entgegen. Nach 10 sm und 2 ½ Stunden später machen wir in Ralswiek fest. Ralswiek ist ein weiterer Tipp des Hafenmeisters von Barhöft. Schöne Landschaft und im Juni – Juli Schauplatz der bekannten Störtebeker Festspiele, die jedes Jahr mehrere hunderttausend Besucher anziehen.

Donnerstag, 28 Mai 2009
Es bläst kräftig > 5-6 aus Nordwest, Nord. Heute ist ein klarer Hafentag. Ausschlafen, eine Wanderung, ins 9 km entfernte Bergen, brechen wir wieder ab... der Weg führt immer entlang der Hauptstrasse. Kaffee und Kuchen auf der Terasse des Schlosshotels, freier Internetzugang. Alfred studiert die Windvorhersage. Heute Nacht soll der Wind nochmal zulegen > 6Bft und morgen im Lauf des Tages auf NO drehen und nachlassen. Das wäre der ideale Wind, um wieder hier rauszukommen.
Zum Znacht gibt’s mal wieder feinen Bärlauchpesto.

Freitag, 29 Mai 2009
Gestern Abend war es noch windstill. Aber um 2 Uhr setzt ein Nordwind ein, der uns um unsere Hilde bangen lässt .... hoffentlich halten die Festmacher! Das Schiff schaukelt und die Wellen schlagen gegen’s Schiff. An Schlaf ist da nicht zu denken.
Gegen Mittag lässt der Wind etwas nach. Wir machen uns startklar. Sprayhood, Schwerwetteruniform, Schwimmwesten mit Lifelines sowieso.... dann dampfen wir unter Motor gegenan hinaus in die immer noch „wogende See“. Der Motor gluckst und stottert jedes Mal, wenn eine Welle das Heck aus dem Wasser hebt und.... fällt wieder aus, d.h. läuft nur noch mit Standgas. Zum Glück hat Monika schon die Fock gesetzt und wir kreuzen, mühsam, mühsam,...gegenan. Nachdem dann aber das Gross (gerefft) auch gesetzt ist, geht’s schon viel besser. Der Wind lässt etwas nach und dreht auf Nordost und nach ein paar Meilen Kreuzen saussen wir bald mit halbem und achterlichen Ziel an Breege vorbei und dann mit Kurs West, später Süd Richtung Stralsund. Segeln vom Feinsten! Die Einfahrt nach Strasund ist spektakulär. Zuerst sieht man am Horizont nur die Silhouetten der Kirchen. Wir segeln bis kurz vor den Hafen und machen dann in der City Marina direkt vor der Altstadt fest. 34 sm in 7 ½ Stunden. Im Klabautermann bekommen wir dann noch etwas zu Essen, eine Riesenportion Zanderfilet mit Petersiliekartoffeln....Herz was begehrst du mehr. Pappsatt und glücklich sinken wir in die Kojen und schlafen wie die Murmeltiere.

Samstag, 30 Mai 2009
Happy Birthday Monika.
Zuerst gibt’s ein feines Frühstück. Dann steht aber ganz oben auf der To Do Liste der Motor. Wir haben Glück. Gerade als Alfred sich auf den Weg in die Werkstatt machen will entdeckt er einen Werkstattwagen. Der Monteur ist so nett und schaut sich den „Patienten“ an und nimmt ihn mit in die Werkstatt. Dort wird der Vergaser auseinandergebaut und bald haben wir auch die Diagnose: „Wasser im Vergaser“. Um 12 Uhr ist er wieder eingebaut und läuft wieder, wie am Schnürchen. Da muss ich dem Mann von Marine-Motoren-Service Olaf Nehmzow hier noch ein Kränzlein winden. Wo bekommt man so einen Service, am Pfingstsamstag kurz vor „Ladenschluss“? Und am Nachmittag will der Gute noch 500 km mit seiner Familie nach Leipzig fahren.
So können wir uns jetzt sorgenfrei an die Entdeckung Stralsunds machen. Wir sind total begeistert über Stralsunds wunderschöne Altstadt, übrigens ein UNESCO Weltkulturerbe. Nach einem Einkaufsbummel, natürlich auch in einen Buchladen für Monikas Geburtstagsgeschenk machen wir einen historischen Bummel „Wege zur Backsteingotik“. St. Johanniskloster, Rathaus, St. Nikolaikirche, Giebel-, Dielen- und Scheelehaus etc., einfach schön.
Wieder zurück an Bord, gibt’s Geburtstagsapéro: Rotkäppchensekt am Grunde des Hafenbeckens gekühlt.
Anschliessend gehen wir zu einem opulenten Geburtstagsessen zum Griechen. Nach der Flasche Sekt und der Packung Salzbretzeln sind wir schon nach der Vorspeise satt und dann kommt noch eine Riesenportion Hauptmenu.... pappsatt geht’s dann ab in die Koje.

Sonntag, 31. Mai 2009
Weiterhin strahlend schönes Wetter. Alfred macht sich an die Aktualisierung des Blogs. Der Hafen hat einen Internet Hotspot. Für 7 Euro hat man 24 Stunden Internetzugang. Monika macht unterdessen mit Dixi einen Spaziergang um die Altstadt und wandert entlang von Mietskasernen mit 100ten Metern Wäscheleinen zwischen den Häusern, lange Reihen nur Autogaragen, ein Friedhof im Park.
Am Nachmittag besuchen wir das Ozeaneum und dort erfahren wir des Rätsels Lösung: unsere „Delfine“ waren keine Delfine sondern Schweinswale –statt Flipper & Co haben wir also Schweini & Co. gesehen.