Donnerstag, 10. September 2009

Geschafft!


Donnerstag, 10 September

Wir sitzen im Café an der Hafenpromenade von Kappeln. Unsere Reise um die Ostsee hat ein glückliches Ende gefunden.

Letzten Montag sind wir von Aeroskoping nach Marsthal gesegelt. Und am Dienstag dann zur letzten Etappe nach Kappeln. Petrus und Rasmus haben es gut mit uns gemeint. Kaiserwetter: Blauer Himmel, eine leichte Brise aus Süd, nochmal ein richtig schöner und warmer Spätsommertag. Warum kann es nicht immer so sein?

Im Werfthafen in Kappeln haben wir dann wieder auf Platz 77 festgemacht, dem gleichen Platz von dem wir gestartet sind. Der Kreis ist geschlossen. Wir haben's geschafft.

Zum Schluss wollen wir nochmal eine statistische Bilanz ziehen:

Total Tage: 113 (plus 5 Tage An-& Rückreise, Vor-& Nachbereitung)
davon Reisetage: 70
"Landgang"-Tage: 43 (davon wetter-/windbedingt: 21 Tage )


Total Seemeilen: 1979
davon unter Segeln: 1309
mit Motor: 670

Über Bord gegangen &
...... wieder gerettet:
Dixi : 3 Mal
Monika: 1 Mal
Alfred: 1 Mal

..... & nicht wieder gesehen:
Motor (1) Dächlikäppi (3, Monika 2, Alfred 1), Monikas Sonnenbrille (1), Sparschäler (1), Deckel von Benzinkanister (1) und Klettbandbändsel *(1)

...*"sowieso ungeeignet" meint Monika

Spielstand Backgammon nach 4 Sätzen à 16 Spielen: Alfred: 4 , Monika: 0

Samstag, 5. September 2009

"La vie est dure sans confiture!"


Donnerstag, 20. August

Frühstart. Wir wollen den SO – Wind für eine längere Etappe, nämlich nach Simrisham (ca. 40sm) nutzen. Sonne, blauer Himmel und eine frische Brise aus SO. Der Wetterbericht hat SO 7-9 m/s, also 4-5Bft, vorhergesagt.
Alfred wundert sich noch warum 2 dänische Segler mit einem Holzboot, etwas grösser als die Hilde ein Reff einbinden. „Soviel Wind hat’s ja nun auch nicht!“ Denkste! Wir sollen bald eines Besseren belehrt werden....
Wir setzen die Segel und nehmen Kurs auf Simrisham. Der Wind geht ja noch, aber die Wellen! Das sind ja bald „polnische Wellen“!!! Wir sausen mit über 6 Knoten.
Wind und Wellen nehmen zu. „Hätten wir nur gerefft!“ Monika wird seekrank ...sie will nicht mehr...will nach Hause.
Schliesslich drehen wir bei und reffen. Die Hilde liegt jetzt nicht mehr so schief und läuft wieder schneller.
Nach ca. 7 Stunden sind wir vor Simrisham. Monika studiert den Hafenführerund liest. „....bei auflandigem Sturm muss man vor dem Hafen mit schweren Grundseen rechnen, so dass ein Ein- und Auslaufen unmöglich ist...“. Na ja Sturm haben ja noch nicht, aber die Wellen sind schon verdammt hoch.... Wenn wir nur erst mal die Hafeneinfahrt ausgemacht hätten... wir suchen nach den roten und grünen Tonnen vor der Einfahrt. Da kommt uns der Zufall und ein anderer Segler zur Hilfe, der mit Grosssegel die Einfahrt ansteuert ... wir fahren im Kielwasser hinterher...mit Gross – zum Glück – mit Motor wären wir da nie rein gekommen! Geschafft! Kaum haben wir die Hafenmole passiert, wird es ruhiger... im Fischereihafen gibt’s dann genügend Platz, um das Gross zu bergen.
„Ein Höllenritt!“, meint Monika und vergisst vor lauter Aufregung oder Erleichterung über die geglückte Einfahrt die Fender. Kleiner Kratzer, wird aber sofort behandelt und wieder überpinselt.
ps.: ein Nachbar im Yachthafen: „.... wir haben Sie Gestern reinkommen gesehen... was von Hanö? ....eine tolle Leistung .... wir haben wieder umgedreht...“ - Wenn der wüsste, wie ab und zu die Borddynamik bei uns war!!



Freitag, 21. August
Heute Morgen müssen wir uns erst mal von unserm „Höllenritt“ erholen. Einkaufen. Alfred geht zum Frisör, direkt am Hafen.
Wind: Flaute, ab Nachmittag etwas Westwind. Wir planen eine kurze Etappe nach Skillinge und nachdem es anfangs ganz gut läuft motoren wir trotz Nieselregen weiter, runden das Kap Horn des Nordens und laufen Kaseberga an. Ein kleiner Fischerhafen. Riecht nach Moder und Seetang. Nur 3 Schiffe.
Kaseberga ist ein beliebter Ausflugsort. Grosser Parkplatz, ein Fischrestaurant, eine Fischräucherei mit Laden, eine Biobäckerei. Die touristische Attraktion auf dem Hügel ist „Ales Stene“, so eine Art „Schwedisches Stonehenge“, eine Steinlegung der Wikinger, in der Form eines Bootes. Da hat Obelix viel zu tun gehabt, bis er all die Hinkelsteine hier rauf geschleppt hat. Monika trainiert mit Dixi Slalom durch die Steine.
Fritz vom Nachbarschiff gibt, bei einem Glas Rotwein, noch ein paar gute Tipps für die weitere Reise „obenrum“ durchs Dänische Smalandsfahrwasser.



Samstag, 22 August
Schönes Wetter. Wir gehen nochmal auf den „Ales Stene“-Hügel und geniessen die herrliche Aussicht auf die Ostsee und die schwedische Südküste bis Ystad.
In einer Mulde, gut windgeschützt, liegt das hübsche Dorf Kaseberga. Wieder zurück am Hafen füllt sich langsam der Parkplatz. Auto nach Auto rollt an. Alfred geht Räucherfisch kaufen. Das Geschäft floriert und der Verkauf ist effizient organisiert; man muss wie in Baden in der Post eine Nummer ziehen.
Eine frische Brise aus Südwest. Wir binden ein Reff ein und um 12:30 Uhr nehmen wir Kurs auf Abbekas. Alfred macht eine Bilderserie. Monika beim Segelsetzen. Monika versucht sich gut in Pose zu setzen und vergisst darüber den Hebel des Fockfalls nach unten zu klappen. Später lässt eine Welle plötzlich den Baum aufs Boot knallen. Wir blicken uns verdutzt an: „Was ist den das schon wieder?“ Zum Glück stimmt Monika’s Diagnose „Mastspitze gebrochen“ nicht. Es ist nur die Reffleine, die sich aus der Klampe gelöst hat.
In Abbekas angekommen, begrüsst uns schon Karl-Heinz, ein 76-jähriger Einhandsegler aus Hamburg, den wir schon in Kristianopel und Simrisham getroffen haben. Neben ihm ist noch ein Platz frei. Für Unterhaltung ist gesorgt. Spruch des Tages (Karl-Heinz): „ Wenn die Folkeboote nicht mehr rausgehen, dann bleiben wir andern auch lieber im Hafen“.



Sonntag, 23. August
Blauer Himmel. Kühl. Um 8 Uhr 13°C. Leichte Brise aus Süd. Sonntagssegeln. „So gefällt’s mir“, meint Monika. Wir segeln 20 sm nach Gislövsläge, dem Yachthafen Trelleborgs. Von hier aus wollen wir Morgen den Sprung nach Dänemark wagen.


Montag, 24. August
Der Wind hat über Nacht nach SO gedreht. Leichte 4 Bft. Sonne. Blauer Himmel. Das passt ja bestens.
7.30 Uhr Frühstart. Dann Fehlstart. Wir setzen das Gross im Hafen. Gleichzeitig noch ein anderes Boot.... der Platz wird knapp....alles geht zu langsam, und dann plötzlich zu schnell.... das Gross füllt sich und wir sausen Volldampf auf die Hafenmauer. Es kracht, Hildes Nase ist böse lädiert.... Sch....!!! Das war keine Meisterleistung!!

Mit dem Schreck noch in den Knochen setzen wir die Segel und nehmen Kurs auf die Ansteuerungstonne im Boegestromsund vor Mön. 33 sm, laut GPS. Zum Glück bestätigt sich Murphy’s Law heute nicht. Der Wind ist gerade richtig und die Welle ist auch ok.
Wir machen gute Fahrt und erreichen um ½ 3 Uhr die Ansteuerungstonne. Von hier an geht es in einer betonnten Fahrrinne weitere 10 sm im Zickzackkurs nach Nyord, eine kleine Insel, mit der Insel Mön durch eine Brücke verbunden.
Der Wind hat zugenommen. Wir wollen das Schicksal nicht herausfordern und nehmen das Gross runter. Nur mit Fock sausen wir mit 5 Knoten durch die Fahrrinne. Der Wind nimmt weiter zu und fegt weisse Schaumkronen übers Wasser. Die letzten 1-2 Meilen müssen wir gegenan motoren. Wir kommen nur mit Mühe voran, und brauchen für die kurze Strecke eine gute Stunde. Dann fahren wir mit Volldampf durch eine schmale Einfahrt in das kleine Hafenbecken. Uff- wiedermal geschafft!



Dienstag, 25. August

Heute lassen wir’s ruhig angehen. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf, die Insel zu erkunden. Im Westen erstrecken sich, soweit das Auge reicht, grosse Stoppelfelder, auf dem Hügel (15 m hoch) liegt malerisch das kleine Dorf. Im Osten hat es ausgedehnte Marschwiesen, ein Natur-und Vogelschutzgebiet, das nicht betreten werden darf.
Auf den Stromleitungen sammeln sich Stare und Schwalben, wie wir, für die Reise nach Süden.
Kurz nach 11 Uhr legen wir ab. Wir wollen nach Steege, den Hauptort Möns. Eine kurze Etappe, gerade mal 5 sm. Aber wie das so ist mit den „kurzen Etappen“ haben wir ja schon erfahren. Auch heute gibt’s wieder Bonusmeilen.....
Kaum haben wir im Steeger Yachthafen festgemacht, wollen wir los .... Geld tauschen, einkaufen, Velo mieten, ..... Vorher noch das Zelt drüber, man weiss ja nie, ob’s doch noch regnet! Aber wo ist denn die Persenning? Sch.... Monika wollte sie auf der Mole zusammenlegen und hat sie dort vergessen..... Da bleibt uns nichts anderes übrig, wieder 5 sm zurück...
Schlussendlich ist alles nicht so tragisch. Es sieht nach Regen aus. Wir gehen Einkaufen. Die Fahrradtour verschieben wir auf Morgen. Ausserdem ist für Morgen Westwind angesagt, da bleiben wir lieber noch einen Tag.


Mittwoch, 26. August
Wir mieten Velos und machen eine kleine Velotour um das Nor von Steege. Zu den berühmten Kreidefelsen im Osten ist es uns zu weit.
Abgeerntete Weizenfelder, Zuckerübenfelder, soweit das Auge reicht. Es riecht nach Herbst. In Keldby besichtigen wir die Kirche. Pastellfarbige Malereien an den Decke. Die Gräber auf dem Friedhof sind fast alle mit kunstvoll getrimmten Tuyahecken umgeben. Einige Grabsteine sind schon mehr als 50 Jahre alt, man hat hier wohl noch viel Platz..... Hinter dem Friedhof ein Golfplatz.
Rast am Nor auf einem Bänkchen, schöner Blick auf Steege inclusive. Gleich daneben Brombeeren. Im Nu haben wir eine Bierdose voll gesammelt.
Wieder zurück nach Steege, durch das Areal der stillgelegten Zuckerrübenfabrik. Die Absetzbecken sind Naturschutzgebiet, menschengemachte Biotope.. Noch mehr Brombeeren... leider haben wir die Toni-Gläser vergessen. Aber Alfred gibt nicht auf und kommt nochmal zurück.
Das Fabrikareal soll umgenutzt werden. Am Hafen hat man schicke Wohnungen gebaut, in bester Lage mit unverbaubarer Aussicht auf Steege und das Wasser.


Donnerstag, 27. August
Das Warten hat sich gelohnt. Südwind (3-4Bft). Der richtige Wind, um ein Stück weiter durch das Smalandsfahrwasser nach Westen zu kommen. Wir sausen mit 5-6 Knoten. Wiedermal Segeln vom Feinsten. Zuerst müssen wir uns noch an das betonnte Fahrwasser halten, doch nachdem wir die grosse Brücke zwischen Falster und Masnedo passiert haben können wir wieder frei segeln.
Wir überlegen, ob wir bis zur Insel Omo durchsegeln sollen. Doch als der Wind dann nachlässt, nehmen wir Kurs auf Vejro.
Karl-Heinz aus HH ist schon da, als wir in Vejro einlaufen. Der Hafen ist neu ausgebaut und hat eine Kapazität von 150 Booten. Aber heute ist er fast leer. Wir zählen 5 Boote.
Die Insel gehört einem dänischen Millardär. Neben dem Kaufpreis (32 Mio Kronen) hat er keine Kosten gescheut, um den Besuchern etwas zu bieten: Tennisplatz, Kinderspielplatz, Fasanenjagd, Ökolandwirtschaft, .... im Edelökoladen kaufen wir Würstchen zum Grillen. Auf der Hafenmole stehen mindestens ein Dutzend Grills, das Holz schön aufgeschichtet....alles parat, man braucht es nur noch Anzuzünden..... nein braucht man nicht, das macht der Hafenmeister, mit einem Gasbrenner. So ein De-Luxe Service kostet dann auch. 35 Euro, rund das Doppelte, was man sonst so bezahlt. Eine profitable Geldanlage ist es aber trotzdem nicht. Laut Hafenmeister, hat es an den schönsten Sommertagen nie mehr als 40-50 Boote im Hafen gehabt. Die Insel bleibt ein Milliardärshobby.
Ah ja, noch was: Brombeeren gibt’s auf Vejro in Hülle und Fülle. Karl-Heinz erzählt, dass sie von Deutschen Seglern angesteuert wird, damit ihre Frauen Brombeerkonfiture kochen können.


Freitag, 28. August
Der Wetterbericht sagt für heute Morgen anfangs noch leichteb Südwind voraus. Gegen Mittag soll er auf SW drehen und kräftig zunehmen. Samstag und Sonntag soll’s Starkwind aus West geben. Schweren Herzens lassen wir daher Brombeeren Brombeeren sein und machen einen Frühstart. Vielleicht schaffen wir’s ja noch über den Grossen Belt, bevor Rasmus wieder aufdreht.
Es reicht dann nicht. Gerade als wir nördlich von Omo sind dreht der Wind und nimmt binnen Minuten kräftig zu. Wir beschliessen Omo anzulaufen und hier abzuwettern. Eine gute Idee. Omo ist wirklich ein schönes Plätzchen.


Samstag, 29. August
Omo ist eine kleine Insel, rund viereinhalb Quadratkilometer gross. Die rund 175 Einwohner leben zum Grossteil von der Landwirschaft und von der Fischerei. Es gibt eine Schule (bis zur 6. Klasse), einen kleinen Dorfladen, eine Kirche und alle 2 Stunden eine Fähre nach Stigsnaes.
Wir mieten Velos und erkunden die Insel: Zuerst geht’s auf den Hügel (25m) gleich neben dem Hafen, dann zum Südende (ui ui ui, da spüren wir, wie der Wind über den Belt pfeift). Auf dem Weg zurück finden wir Brombeeren, grosse, reife, süsse, später noch gelbe Mirabellen. Wieder zurück kochen wir Konfi, bis der Zucker fertig und alle Toni- und sonstigen leeren Gläser gefüllt sind.
Im Hafen verkauft Fischer Palle frischen Fisch. Zum Z’nacht gibt’s Risotto und Fisch....mmmhhhh FEIN!


Sonntag, 30. August 2009
Wetter ditto. Weiterhin kräftiger Westwind. Ab und zu ein Regenschauer. Alfred aktualisiert den Blog.
Monika macht mit Dixi einen Spaziergang über die Insel und bringt einen Sack Pflaumen mit. Die Konfiproduktion geht weiter.

Montag, 31. August

Der Wetterbericht sagt SW-Wind 5-10 m/s.
Wir haben genug Konfi gekocht und wollen weiter. Vorsichtshalber binden wir wieder ein Reff ein. Zum Glück.
Mit 6-7 Knoten sausen wir über den Belt. Nachdem wir Langeland gerundet haben, dreht Rasmus den Wind nochmal kräftig auf. Alles was nicht niet- und nagelfest ist kommt ins Rutschen...die Geschirrschrankschublade, die Fender, die Schranktüre... Dixi, die sonst bei jeder Lage stoisch vor ihr hin döst, findet’s nicht mehr lustig. Dann reisst wieder mal die Reffleine aus der Klampe... „Sch..!!“ Monika macht sich fluchend an die Arbeit .... nach der nächsten Wende wieder ..... nach mehreren Versuchen, finden wir die Lösung, nämlich die Reffleine um den Mast zu belegen.
Sonst läuft’s eigentlich ganz gut und wir beschliessen nach Svendborg weiterzufahren. Wir kreuzen den Lundeborg Belt, zwischen Fünen und Langeland hinunter, mal mit viel mal mit weniger Wind.
Dann haben wir’s geschafft. Der Wind lässt nach, die Sonne kommt duch. Mit einer leichten Abendbrise gleiten wir gemütlich den Svendborsund hinauf nach Svendborg. Stattliche Villen, wunderschön.
Wir machen im Nordhafen fest, mitten in der Stadt. Eine neue Anlage. Hightech, alles automatisch. Am Automat bezahlt man Hafengeld und löst eine Karte mit der man alles bezahlt: Strom, Wasser, Dusche.
Zur Krönung des Tages gibt’s Fisch & Chips von der Imbissbude.



Dienstag, 1. September
Sonne, blauer Himmel. Vielleicht der letzte Sommerttag in diesem Jahr. Dazu eine frische Brise aus SO.. Bei Kaffee & Dänischen Blätterteig-Sweeties planen wir die weitere Route.
Wir nehmen Kurs auf Aeroskoping, Hauptort der Insel Aero, und hoffen, dass wir Anfang nächster Woche wieder günstigen Wind für die Überfahrt nach Kappeln haben. Ab Donnerstag ist Sturm angesagt
Nach Aeroskoping ist es nur ein Katzensprung, gerade 15 sm. Um ½ 3 Uhr sind wir da. Badewetter!
Kurzer Bummel durch die gepflasterte Gassen.Alte Strassenlaternen, schöne 300-400 Jahre alte Stadthäuser und bunte Fachwerkhäuschen, in den Fenstern alle Art Nippes und Blumen.Wie in einem Märchenbuch.
Im Hafen steht ein weiss getünchtes Kochhaus. Es wurde vor 200 Jahren eingerichtet, weil die Brandgefahr zu gross war, wenn man an Bord der dicht aneinander liegenden Schiffe kochte. Heute dient es als Grillhäuschen.
Da ziehen auch schon dunkle Wolken am Horizont auf. Kaum sind wir beim Schiff zurück fängt’s auch an zu regnen.


Mittwoch, 2. September
Aero: Wir mieten Velos und fahren Richtung Marstal, am Südostende der Insel. Zuerst geht es hügelauf nach dem Dorf Lille Rise. Wunderschöne Aussicht auf das Meer und die kleinen Inseln. Die heute verlassene Kleininsel Lilleo liegt wie ein grünes Komma im blauen Meer nahe der Küste Aeros. Bis 1898 wohnten hier Menschen. Von Lille Rise fahren wir hinunter ins Flade Nor, ein im 19. Jahrhundert eingedämmtes Areal. Über den Damm fahren wir zum Hünengrab von Kragnaes. Dieses Monument aus der Bauernsteinzeit ist das einzig übrig gebliebene Hünengrab. Die Steine der andern Gräbern wurden zum Hausbau oder zum Bau der Mole in Marstal verwendet.
Die Schifferstadt Marstal ist eine eher nüchterne Stadt, nicht so verträumt und idyllisch wie Aeroskoping. Ihre Blütezeit hatte die Stadt vor rund 100 Jahren . Von den 5000 Einwohnern fuhr ein Drittel zur See. Mehr als 200 Dreimastschoner hatten hier ihren Heimathafen.
Nach einem feinen kleinen Imbiss, auf der Terasse eines Cafes, radeln wir wieder zurück. Zuerst ein Stück der Südküste entlang. Am Horizont sehen wir 2 Windjammer mit vollen Segeln an Aero vorbeisegeln.
Ein schöner warmer Sommerabend. Es ist fast windstill. Wir grillen im Grillhäuschen – wohl das letzte Mal in diesem Jahr.


Donnerstag, 3. September
Regenwetter. Der Hafen leert sich. Um 6 Uhr heute Abend soll der Sturm losgehen.
Wir nutzen eine Regenpause und wandern zu den Badehäusern am Vesterstrand. Die kleinen bunten Badehäuser wurden in den 1920er Jahren gebaut, ähnlich den Schrebergartenhäuschen. Hierher kamen an schönen Sommertagen die Bürger der Stadt zum Baden und zum Picknik.
Das Barometer fällt und fällt. Gespenstige Stimmung. Die Ruhe vor dem Sturm! Und dann geht’s los. Pünktlich, wie vorhergesagt.
Windböen. Dunkle Wolken jagen über den Abendhimmel. Wohl dem der im sicheren Hafen liegt.


Freitag, 4. September
Heute Morgen um 5 Uhr, als ein „call of nature“ Alfred aus dem Schlaf weckt, wundert er sich warum die Hilde so gegen die Hafenmauer gedrückt wird. Der Wind hat doch nicht gedreht, oder? Nein, aber der Wasserstand ist gesunken. Die Hilde hängt vorne fast in der Luft. Die Festmacher sind festgeklemmt. Da hilft nur abschneiden.
Später lesen wir, dass Sturm aus Südwest und West den Wasserstand um 1, 5 Meter senken kann. Die Badebucht vor dem Hafenbecken ist völlig trockengefallen. Wir liegen jetzt in Augenhöhe mit den Muscheln und müssen über die Balken auf die Hafenmauer klettern. Für Dixi ist das zu hoch. Wir müssen sie auf die Hafenmauer und zurück an Bord hiefen.
Wir laufen noch mal zum Vesterstrand mit den Badehäuschen. Im Yachthafen sitzen einige Boote auf. Auch eine deutsches Folkeboot. Der Skipper nimmmt’s gelassen....“das Wasser wird schon wieder kommen ...“. Alfred interessiert sich für die Takelage. Spruch des Tages auf die Frage, wie er refft. „ Reff gibt’s nicht. Das ist doch ein Folke. Wer refft hat Angst!!!“


Samstag, 5. September
Regenwetter mit Wolkenlücken. Der Wind hat etwas nachgelassen und bläst jetzt mit 5-6 Bft aus West. Auch das Wasser ist wieder zurück. Wir können wieder über die Hafenmauer gucken.
Für Dienstag hat der Wetterbericht einen leichten Südwind vorhergesagt. Das passt dann für die letzte Etappe nach Kappeln.

Mittwoch, 19. August 2009

Schärensommer Teil 2

Sonntag, 9. August
Immer noch Hoch. Sonne, blauer Himmel, eine leichte Seebrise aus SO.
Wir segeln den ganzen Weg (34 sm). Das ist alles andere als langweilig. Navigation in den Schären heisst aufpassen... sonst bumst es..
Abends um 6 Uhr sind wir am Ziel. Risö – Östalecksklabben. Beim Anlegen sagt Monika zu leise „stop“ und Hilde bumst leicht an den Felsen. Aber der Kratzer ist schnell wieder mit Sandpapier und Lack beseitigt.


Montag, 10 August
Wetter & Wind +/- ditto. Weiterhin SO Wind. Wir kommen gut voran. Am Schluss müssen wir kreuzen. Das bringt Monika mit der Navigation ins Schwitzen. Wir wetten wann wir den Waypoint erreichen. Alfred sagt 18.00 Uhr, Monika 18.30 Uhr. Der Gewinner soll den „Schlüssel zum Weinkeller“ bekommen. Der Wind lässt nach und kommt dann plötzlich kräftig von vorn aus SW. Wir motoren den Rest. Punkt 18.15 Uhr sind wir am Waypoint. Untentschieden.
Wir machen fest. Der Platz ist nicht optimal, nicht windgeschützt. Wir parkieren noch mal um. Der neue Platz ist perfekt.
Alfred grilliert Würstchen. Dazu gibts wieder Gschwellti & Salat.


Dienstag, 11. August
Morgenbad, Frühstück..... Das schöne Wetter hält immer noch an.
Während sich Alfred von den deutschen Nachbarn noch den aktuellen Wetterbericht und Tipps für schöne Naturhäfen holt, sammelt Monika noch 2 Toni-Gläser Preiselbeeren.

Wieder schönes Schärensegeln mit einer leichten Brise aus West. Wir nutzen den guten Wind und legen eine grössere Etappe zurück (31sm). Der Tipp von unsern Nachbarn ist gut. Stora Vippholmen ist eine superschöne Bucht, von allen Seiten geschützt.
Kaum haben wir festgemacht, springen wir ins Wasser. Dann sammeln wir wieder reife, rotePreiselbeeren..
Nach dem Nachtessen (Spaghetti con Pommodore, Aglio & Speck und einer Flache Vino Tinto...mmmmmhh FEIN!!) ist Monika schon wieder zu müde zum Lesen.


Mittwoch, 12. August
Heute kommen wir erst um 11 Uhr los (Alfred muss noch mal in die Heidelbeeren).
Wind aus West, 3-4 Bft. Knifflige Navigation durch einen Slalom von roten und grünen Stangen. Ein Gewitter im Anzug. Wir nehmen vorsichtshalber das Grosssegel runter. Aber das Gewitter zieht ohne Böen vorbei.
Kurz vor dem Anlegen, Verwirrung im Stangenwald.... wir bergen die Segel... Monika fällt mit einem Bein ins Wasser....
Wir machen in Solbergnäset .fest. Wir sind wieder auf dem Festland, in der Ferne hören wir Autos.
Wieder Preisel- und Heidelbeeren: Soviele, wie das Herz begehrt..
Es wird kühl. 17°. Ab in den Schlafsack.


Donnerstag, 13 August
Sonne, schöne tiefe Wolken, eine schwache Brise aus SO. Wir müssen erst mal motoren. Als wir in den Kalmarsund erreichen, setzen wir Segel. Der Wind dreht auf SW und nimmt zu. Wir nehmen Kurs auf Borgholm auf Öland. Dunkle Wolken mit Regenschauer ziehen vom Festland seewärts. Wir bleiben wieder verschont und kommen trocken im Hafen von Borgholm an. Der Hafen ist fast leer. Nur 2 Dutzend Boote, fast alles Deutsche auf der Heimreise.
Während Alfred Einkaufen geht, füllt Monika 2 Waschmaschinen und geht mit Dixi spazieren. Vorbei an schönen Villen ins Naturreservat, wo um diese Zeit ganz Borgholm die Hunde ausführt.
Der Wind soll heute Nacht nochmal kräftig zunehmen und Morgen weniger stark aus NW kommen. Wir wollen den günstigen Wind nutzen und planen für Morgen eine längere Etappe(45 sm), an Kalmar vorbei, nach Kristianopel.


Freitag, 14 August
Die ganze Nacht hat der Wind in den Wanten gepfiffen. Heute früh hat es immer noch weisse Schaumkronen. Ob der Wetterbericht wohl stimmt?
Zuerst wird daher, nach langer Zeit, mal wieder ausgiebig warm geduscht und gefrühstückt. Der Wind lässt dann tatsächlich nach.
Leinen los und Kurs Kristianopel. Wir kommen gut voran. Segeln unter der Brücke hindurch an Kalmar vorbei.
Blauer Himmel. Am Nachmittag ziehen wieder, wie schon gestern, dunkle Wolken über dem Festland auf. „Wird schon gut gehen, sonst werden wir halt nass“, hoffen wir und beobachten, wie die Wolken immer dunkler werden. Doch als dann der Wind plötzlich zunimmt ist uns nicht mehr wohl „Zuerst die Sprayhood, dann’s Gross runter!“ Dann geht alles sehr schnell. Die See, erst schwarz wird plötzlich weiss. Die Sprayhood klemmt, dann das Grossfall auswickeln..... wir werden ein paar Mal flachgelegt... aber dann ist das Gross endlich unten.
Nach einer halben Stunde ist der Spuck wieder vorbei. Später erfahren wir, dass der Wetterbericht vor Schauerböen der Stärke 7 Bft gewarnt hat.
Wir setzen wieder das Gross und segeln friedlich unserm Ziel entgegen.
Kristianopel, eine von den Dänen im 17 Jahrhundert gebaute Festung ist heute eine Sommeridylle. Der Hafen ist fest in Deutscher Hand, alle auf dem Weg Richtung Heimat.

Samstag, 15. August
Heute Morgen ist der Hafen fast leer. Die Deutschen sind heute Nacht ausgeflogen. Wir studieren den Wetterbericht. Heute Vormittag ist noch Flaute angesagt. Ab Mittag soll der Wind dann auf SW drehen und kräftig zunehmen. Bis Dienstag ist dann Starkwind aus SW-W angesagt. Wir wären ja gerne noch einen Tag geblieben, aber bei diesen Aussichten lässt es sich wohl besser in Karlskrona auf besseren Wind warten.
Wir tuckern mit Motor Kurs Utlängan an der SW-Ecke des Kalmarsunds. Anfangs ist die See noch spiegelglatt, doch dann nimmt der Wind, wie vorhergesagt, langsam zu. Nachdem wir Utlängan gerundet haben setzen wir Segel und fahren durch die südlichen Schären Richtung Karlskrona. Bei Nieselregen kommen wir in Karlskrona an. Der Hafen Tallebrygan ist voll besetzt, irgendein Segelanlass. Wir finden dann in der hinteren Ecke des Hafens ein Plätzchen, längseits am Steg und gut geschützt im Windschatten von 2 grossen Motorbooten.
Im Hafen herrscht Hochbetrieb. Gleich gegenüber auf einem Motorboot geht eine wilde und lautstarke Party ab. Um 11 Uhr ist Schluss, erfahren wir am nächsten Tag, sonst kommt die Polizei. Wir schlafen aber schon vorher tief und fest, bevor die Party ein Ende findet.


Sonntag, 16. August
Hafentag: Ausschlafen. Gemütlich Frühstücken. Alfred aktualisiert den Blog und Monika macht sich mit Dixi auf, die Stadt und Umgebung zu entdecken. Der Nachbar vom Motorboot, der uns gestern schon geduldig im Regen geholfen hat festzumachen, fragt, ob er uns ein paar schöne Plätzchen für unsere Weiterreise nennen soll. Er empfiehlt u.a. Tjarö und Hanö.


Montag, 17. August

Wir kaufen ein und füllen unseren Weinkeller. 15 Flaschen!! Wein gibt’s nur in den Systembolagets, staatliche Unternehmen, mit dem Monopol für Alkoholika mit mehr als 3,5%. Wer weiss, wann wir wieder einen Weinladen finden.
Dann beschliessen wir, trotz Starkwind, einen Tapetenwechsel. Vielleicht schaffen wir’s mit Motor bis Roneby, ein kleiner hafen ca 15 Meilen westlich von Karlskrona. Doch kaum sind wir aus der geschützten Bucht heraus merken woher der Wind pfeift. Wir machen gerade noch 2 Knoten gegenan. Da kommen wir vor Mitternacht nicht nach Roneby. Wir nehmen Kurs auf Trontö. Ein kleiner Naturhafen, mit einem Bootssteg, betrieben von einem lokalen „Navigations & Segelclub. 4 Schwedische Boote liegen hier, sonst niemand. Toiletten mit einem Blumensträusli in der Vase, eine grosse Grillanlage mit einem grossen Vorrat mit Holzscheiten, ein Badesteg. Superschön. Serendipity Faktor 10!
Beim Grillieren erfahren wir von unsern Nachbarn, dass die Brücke, die wir auf dem Weg nach Roneby hätten passieren müssen, von 9-18 Uhr wegen Reparatur geschlossen ist. Glück gehabt.


Dienstag, 18. August
Weiterhin Starkwind. Wir bleiben einen weiteren Tag. Lesen. Baden – 16° brrrr! Alfred aktualisiert den Blog. Unser Nachbar vom Motorboot bringt uns den aktuellen Wetterbericht – ausgedruckt!!
Zum Abendessen gibt es, Première in unserm Menuplan, Lauchspaghetti à la Annemarie ....mmmmmh-FEIN!!


Mittwoch, 19. August

Blauer Himmel. 14°. Der Wind hat über Nacht aufgehört. Flaute. Zuviel Wind oder zuwenig. Irgendwas scheint bei der Feinregulierung nicht zu sstimmen.
Wir machen einen Frühsstart, damit wir noch rechtzeitig unter der Brücke durchkommen und motoren nach Hanö.
Wunderschöne Insel. Idyllischer Hafen, inclusive Internet. So können wir einen weiteren Blog in den Äther schicken.

Sonntag, 16. August 2009

Schweden: Schärensommer Teil 1



Freitag, 31. Juli
8 Uhr morgens: Sauna .... eine ganz neue Erfahrung. Alfred macht die nächste Ausgabe des Blogs fertig. Dann gehen wir Einkaufen – mit Leiterwägeli. Monika findet einen weiteren Marimekko. Im staatlichen Alco-Laden kaufen wir Wein, auf Vorrat....15 Flaschen!!
Wieder zurück im Hafen machen wir noch einen Spaziergang auf die Schärenfelsen und finden Heidelbeeren, praktisch mitten in der Stadt.
Take away Pizza und eine Flasche Vino an Bord.

Samstag, 1. August
Happy Birthday Svizzera!
Zur Feier des Tages hissen wir an Backbord die Schweizer Flagge, oder „Fahne“, wie Monika sagt.
Leinen los, mit Kurs nach Schweden. Wenig Wind. Wir segeln 29 sm, mit Unterstützung des Flautenschiebers.
In Arholma machen wir in Vilösan, einem Naturhafen fest. Beim ersten Versuch sitzen wir mal wieder fest. Wir versuchen uns mit der Ankerleine freizuwinschen.... doch dann kommt schon ein kleines Motorboot zu Hilfe und schleppt uns wieder frei. Beim 2. Versuch klappt’s dann..... (Fortsetzung siehe Morgen beim Ablegen)
Lagerfeuerromantik mit 1.August Feuer und grillieren.
Wir stellen die Uhr wieder eine Stunde zurück, es wird jetzt wieder früher dunkel.


Sonntag, 2. August
Bevor wir loslegen gehen wir noch Heidelbeeren sammeln. So wie Monika beim Bücher lesen, ist Alfred beim Beeren lesen viel schneller. Im Nu sind 5 Toni Gläser gefüllt.
Beim Ablegen sitzen wir wieder „oder immer noch?“ fest, können uns aber selbst mit der Ankerleine freiwinschen.
Wir segeln die kürzeste Strecke auf dieser Reise, 3 sm, bist Arholma Österhamn.
Wir laufen eine ½ Stunde zum Westhafen zum Einkaufen. „Bullerbü“, wohin das Auge blickt. Ein grosser Teil der Insel gehört einer Stiftung (Skärgardstiftelsen). 70 Leute leben permanent hier, im Sommer 10 mal soviele.
Wir treffen die ersten Schweizer auf diesem Törn, Heinz & Beatrice aus Meilen. Sie waren dieses Jahr in den Hoga Kusten (High Coast).... landschaftlich wunderschön, kleine idyllische Häfen... – das könnte vielleicht ein Ziel für nächstes Jahr sein!

Montag, 3 August
Sonne. Blauer Himmel. Leichte Brise aus Nord. Über Skandinavien liegt ein „dickes“ Hoch.
Das ideale Wetter den Weg nach Süden über die äusseren Schären zu nehmen. Wir wollen heute nach Hultskäret. Als wir aber dort ankommen, hat der Wind zugenommen und wir finden kein geschütztes Plätzchen. Monikas Vorschlag, nach Hamskär zu gehen, löst bei Alfred anfangs keine grosse Begeisterung aus: ...“da waren wir ja schon 2 Mal.“ Doch dann finden wir dort ein schönes geschütztes Plätzchen, ganz allein für uns, an einem Felsvorsprung und sind einmal mehr begeistert von der Insel.

Dienstag, 4 August
Heute Morgen bei Sonnenaugang ist noch alles klar, ein weiterer Sonnentag. Doch beim Frühstück zieht plötzlich dichter Nebel auf. „Tööööt .....töööööt“ tuten die Nebelhörner, der vorbeiziehenden Fähren. Wir müssen bis Mittag warten bis sich der Nebel endlich auflöst.

Sonne. Blauer Himmel. Leinen los. Fast kein Wind. Wir tuckern mit Kurs Süd nach Stora Nassa. Viele Masten in der populären Bucht Guben an der Nordseite. Wir machen auf der Westseite von Bäckskäret fest.
Ankern: Jeder hat 3 Versuche: zu kurz.....hält nicht.... ok... Dann ein erfrischendes Bad ... und anschliessend Trocknen auf den warmen Felsen in der Abendsonne.

Mittwoch, 5 August
Sonne. Blauer Himmel. Ein leichtes Windchen aus N und später NO. Nach einem Morgenbad und Frühstück segeln wir weiter nach Süden, Ziel Hallskär. Wieder eine leichte Brise aus N – NO. Alfred trauert seinem Spinnacker nach, den er aus Platzgründen zu Hause lassen musste. Nach halber Strecke müssen wir wieder den Flautenschieber bemühen.
„Hallskär is a wonderful natural harbour with possibly the biggest and flattest rocks of the archipelago …..possibly one of the most popular natural harbours… “ sagt unser Hafenführer.
Wir zählen mehr als 50 Boote in der Bucht. „Hier bleib ich nicht“ meint Alfred, „zuviele Leute“. Doch dann finden wir ein Plätzchen gegenüber von den Badefelsen. Ganz allein für uns mit bester Aussicht .... wiedermal erinnert uns dann das Treiben an die Bilderbücher von Ali Mitgusch, die man immer wieder anschauen und etwas Neues entdecken kann.
ps. bei der Einfahrt hat es ein bischen gerumpelt.... „nahe am Ufer entlang, heisst halt nicht „zu dicht“!


Donnerstag, 6. August
Wetter & Wind: ditto. N – NO
Unsere Vorräte gehn langsam zu Ende. Wir nehmen Kurs auf Dalarö. Am Anfang mit Motor, dann kommt die Seebrise und wir können bis vor die Hafeneinfahrt segeln. Wir machen im Dalarö-Askfatshamnen fest. Dann geht’s ruckruck zackzack: Wäsche waschen, Einkaufen, Bancomat, ein Abendbad und die Post im Internet anschauen. Merci vielmohl, Allen, die uns geschrieben haben.


Freitag, 7. August
Monika macht noch einen Spaziergang + Beeren(Heidel-und Himbeeren) sammeln in den Schweizerdalen, einen Park gegenüber dem Hafen.
Um 12.00 Uhr heisst es dann wieder Leinen los. Dann müssen wir noch tanken, Karten schreiben, Glace essen.... und den Brennspiritus vergessen wir. Dann segeln wir mit leichter SO Brise mit Kurs Marskären/Lindskär.
Kurz vor dem Ziel begegnet uns eine der Schnellfähren nach Bornholm, die gerade von Nynäshamn ablegt. Prost Nägeli! Da gibt sogar Alfred Gas!
Wieder finden wir ein wunderschönes Plätzchen zum Festmachen. Kaum haben wir festgemacht, springen wir alle ins Wasser.


Samstag, 8. August
Ein weiterer Bilderbuchtag. Wir runden heute Landsort, Ziel ist Ringsön- Hummelsvikfjärden. Spannendes Segeln, mit engen Durchfahrten, ab und zu mit Kreuzen & „Gegenverkehr“. Wir finden wieder ein wunderschönes Plätzchen. Sprung ins Wasser (21°), inclusive Dixi, die laut bellend ihre Schäfchen wieder an Land treiben möchte.
Die ersten Preiselbeeren – die Ersten! Wir machen wieder ein Lagerfeuer und grillen Spareribs ... dazu Gschwelti und Salat.....mmmmmhhh!

Irgendwann kommt dann noch einer in einem Motorboot für ein Schwätzchen angetuckert. Er erkundigt sich, ob unser Hund ein „nice dog“ ist. Wir versichern ihm, dass er ganz sicher den Rehlein und ihren Jungen, wenn es solche auf der Insel gibt, nichts antut.
Dann fallen wir erschöpft, als ob wir den ganzen Weg gewandert wären, in unsere Kojen. Monika beklagt sich, dass sie nicht mehr zum Lesen kommt.

Freitag, 31. Juli 2009

Finnland, Aland .....Schärensegeln .....huureschön!

Mittwoch, 22. Juli

Hanko : Wir legen einen Ruhetag ein. Ausschlafen, Einkaufen, Blog aktualisieren......
Heute ist Markt im Hafen. Beeren, frisches Gemüse und frische Zuckererbsen und vieles mehr wird angeboten. Die Preise sind +/- soviel wie in Franken in der Schweiz, aber in Euro.


Donnerstag, 23. Juli

Frühsstart um 8.15 Uhr. Wir müssen unsere Nachbarn wecken. Sie haben sich letzte Nacht noch neben uns gezwängt und ihre Heckleine ist im Weg. Das Ablegemanöver klappt dann routiniert und wir bekommen von einem anderen Schiffsnachbarn anerkennend 2 Daumen nach oben gezeigt.
Strahlend schönes Wetter. Eine leichte Brise. Segeln vom Feinsten. Wir segeln durch das, gut mit roten und grünen Spieren markierte, Fahrwasser.
In Högsara, einem kleiner Hafen, machen wir fest. Hübsche rote Fischer- jetzt Ferienhäuser- sieht aus wie Bullerbü. Plumsklo, Sauna und, kaum zu glauben, ein kleines rotes Häuschen mit Internetanschluss und PC, alles ist vorhanden.
Wir nehmen erst ein erfrischendes 18° Bad, machen dann einen Inselspaziergang und sammeln Heidel- und wilde Erdbeeren.
Am Abend dreht der SO-Wind nach O. Der Hafen ist nach Osten offen. Es schaukelt und klatscht.....Aber wir schlafen trotzdem bestens, wie Murmeltiere.


Freitag, 24. Juli
Der Himmel ist bedeckt. Der Wind hat aufgefrischt. Wir binden ein Reff ein und legen wieder um 8 Uhr ab. Wir sausen mit mehr als 6-7 Knoten. Der Regen lässt nicht auf sich warten. Trotz Ölzeug sind wir, als wir unser Ziel erreichen, bis auf die Haut nass. Björkö ihat einen nach allen Seiten gut geschützten Naturhafen. Die Einfahrt ist eng und Rasmus dreht nochmal die Wind- und Regendüsen auf. Wir machen mit Heckanker an einem Felsen fest, schälen uns aus den nassen Kleidern, trocknen das Schiff mit Zeitungen und nehmen zum Aufwärmen erst mal einen Schluck Vodka. Als der Wind nachlässt wird es neblig, wie im Herbst.
Wir erkunden die Insel. Auf der Westseite, gleich neben unserm Ankerplatz gibt es einen grossen See – mit Süsswasser !!!

Samstag, 25. Juli
Die Sonne weckt uns. Nebel und Regenwolken haben sich über Nacht verzogen.
Wir trocknen unsere Kleider und nehmen ein Bad im See. Von unsern Nachbarn bekommen wir noch ein paar Tipps für weitere schöne Plätzchen und den Wetterbericht. Etwas weniger Wind als Gestern, aber immer noch 8-9 m/s. So lassen wir das Reff lieber drin.
Gegen Mittag legen wir ab und 3 Stunden später sind wir am Ziel, in Österskär. Wieder ein „Bullerbü“-Dorf: eine Anlegestelle für ein Dutzend Boote (wir zählen 7), ein paar rote Ferienhäuschen, karge Vegetation.... und eine Sauna! Laut unsern Nachbarn “the best Sauna of the Archipelago“. Wir buchen von 10 – 11 Uhr pm1 Stunde Sauna (12 Euro), holen 2 Bier aus der Kiste .... und die Sauna wird ihrem Ruf gerecht. ..... sie ist so heiss, dass selbst Alfred auf sein geliebtes Aufgüssli verzichtet ...... und dann ab ins Wasser .... brrrr 17° .....das tut guuuuuut.


Sonntag, 26. Juli
Sonne. Blauer Himmel und eine leichte Brise (3 Bft). Segeln durch eine Bilderbuchlandschaft.
Um ½ 5 Uhr sind wir am Ziel in Sandvik, auf der Insel Kökar.
Schnell noch die Aland Gastflagge hissen. Wir haben heute den Kithi (Skiftet) die Grenze zwischen Finnland und Aland überquert. Aland ist eine autonome Provinz Finnlands, mit eigener Flagge, eigenem Parlament, eigenen Briefmarken, etc.
Der Hafen ist wunderschön gelegen und bietet alles, was das Herz begehrt: Dusche, Sauna, eine vollausgestattete Küche, ein überdachter Grillplatz mit mindestens 10 Grillstellen (Grillen ist neben Sauna ein Finnischer Volkssport) und ein Kiosk, in dem wir unsere Essens- und noch wichtiger Biervorräte wieder ergänzen können.


Montag, 27. Juli
Sonne. Kein Wölkchen am Himmel. Wir machen eine Inselwanderung. (7 km). Der Weg ist gut mit weissen Zeichen markiert. Unterwegs sammeln wir in ein Toni Joghurtglas voll mit Himbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren und wilden Johannisbeeren. Ein Bad in einer ruhigen windgeschützten Bucht. Dixi flippt mal wieder fast aus, bellt wie verrückt und versucht ihre „Schäfchen“ wieder aus dem Wasser zu holen.
Eigentlich wollten wir heute noch ein Stück weitersegeln. Dann beschliessen wir aber zu bleiben.
Wir kaufen Fleisch und Holzkohle und dann frönen auch wir der Finnischen Lieblingsbeschäftigung – Grillieren! .....mmmmmmmmh- FEIN!!


Dienstag, 28. Juli
Der Himmel ist bedeckt. Eine frische Brise aus Süd. Unser Ziel ist Degerby. „ 20 Seemeilen, das wird mal wieder eine kurze Etappe“, denken wir....
Wir nehmen die südliche Route ubd machen gute Fahrt. Wunderschönes Schärensegeln. Noch ein paar Meilen dann sind wir am Ziel. „Guck mal da vorne fährt ein Auto, da hat es sicher eine Strasse und vielleicht eine Brücke?“, fragt Alfred. Wir schauen die Karte genauer an, in der Tat, es hat eine Brücke ... 5 Meter hoch. Oh nein! Das ist ja eine feste Brücke .....Sch....., wir müssen wieder zurück. 14 Bonusmeilen!
Um 6 Uhr sind wir dann endlich am Ziel und machen im Gästehafen von Degerby fest. Die Hafenmeisterin ist die Wirtin des Degerby Mat & Café. Wir bezahlen 15 Euro Liegebühr und bleiben auch gleich zum Z’Nacht: Kotböller, Kartoffelbrei & Ruebli. Riesenportionen!!
Anschliessend sind wir noch bei Josi & Florian, Deutsche Segelnnachbarn, zu einem Schluck Wein eingeladen. Bis uns dann, nach Sonnenuntergang, die Mücken ins Bett treiben.


Mittwoch, 29 Juli
Wieder ein strahlend schöner Tag. Kein Wökchen am Himmel. Unser Finnischer Nachbar findet: „ Zu schönes Wetter, um nach Mariehamn in einen Hafen zu gehen“ Er geht nach Sommarön in einen Naturhafen. Gute Idee, das machen wir auch. Wir kopieren noch schnell den Ansteuerungsplan aus dem Seepfadfinderbuch, kaufen Vorräte und Fleisch und Würstchen zum Grillen ein und nehmen Kurs auf Sommarön. 8 sm, heute wirklich eine Kurzettappe!
Die Ansteuerung ist etwas knifflig, es hat überall Steine. Aber wir schaffen sie problemlos, ohne anzubumsen. Um 12:45 Uhr machen wir an einem Felsen fest. Baden, Lesen, Grillschmaus am Abend, Schärenferien...... huureschön!


Donnerstag, 30 Juli
Leichte Brise aus Südost. Blauer Himmel. Kurs Mariehamn. Nach 17 sm machen wir um ½ 4 Uhr im Westhafen fest.
Im Mariehamn Bookhandel kaufen wir die Hafenführer für die Schwedische Ostküste. Für Samstag (1. August !!) haben wir die Überfahrt nach Schweden geplant.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Wir sind in Finnland

Freitag, 10. Juli

Am Vormittag bläst es noch kräftig- Ab Mittag soll der Wind abnehmen. Alfred macht den Blog fertig und Monika geht nochmals mit Dixi und Frisbee an den Strand und inspiziert Wind und Wellen. Sie meldet: „Immer noch viel, aber weniger als Gestern“.
Um 13.00 Uhr legen wir, mit Ziel Pavilosto (Paulshafen), ab. Bei der Ausfahrt kommt uns ein dicker Holländischer Frachter entgegen. Etwas eng, .... „reichts? oder nicht?“ Der Frachter drückt auf die Hupe „TööööööööööööT“. Da ziehen wir den Schwanz ein, machen einen U-Turn und warten am Rand bis er an uns vorbei ist.... bei der Vorbeifahrt kommt der Kapitän aus der Steuerkabine und, statt freundlich zu winken, zeigt er uns den Schimpfe-Schimpfe-Finger.

Wir setzen noch im Hafenbecken die Segel und binden vorsichtshalber ein Reff ein. Zum Glück, denn, sobald wir draussen sind, schaukelt es kräftig. „Das sind mindestens 2-3 m Welle“, meint Monika. Die Hilde meistert das aber ohne Probleme, nur die Fock flattert und knattert.... Alfred hat die Fockschot nicht richtig durch den Holepunkt eingefädelt. Grosse Genugtung bei Monika, dass sie dieses Mal nicht der Sündenbock ist.

Nach einer Weile nimmt der Wind ab. Wir sollten ausreffen. Nicht so einfach, wenn’s so schaukelt. ... „Wer ausreffen will, darf’s selber machen“, sagt Monika. Alfred legt das Grossfall über die Klampe und zieht, und zieht,.....und plötzlich schwingt er neben dem Boot in der Luft, wie Tarzan an einer Liane. Die Klampe ist ausgebrochen. An der Bordwand hangelt er sich nach hinten und Monika hat Erbarmen und zieht ihn wieder an Bord ..... (heute 10 Tage später, sind die Blasen an den Händen allmählich am verheilen). Im 2. Versuch klappt es dann, die Segel stehen wieder... wir segeln schaukelnd weiter, vor dem Wind. Irgendwann, lassen die Wellen nach, aber leider auch der Wind, wir brauchen den Motor....

Als wir in Pavilosto einfahren, begrüsst uns ein alter Bekannter ..... Peter von der Happy. Wir haben ihn schon auf der Rückfahrt in Bornholm vermutet. Mit der freundlichen Hilfe des Hafenmeisters, machen wir an der kommunalen Pier fest. Laut dem letzten Internet update unseres Törnführers soll das nicht mehr möglich sein. Die Moral von der Geschicht, glaube besser nicht..... was da alles so geschrieben wird. Der Platz ist optimal, für eine familiäre sympathische Atmosphäre sorgt der hilfsbereite Hafenmeister (ein Hamburger).... unser Stromkabel ist nicht lang genug, wir können es bei unserm Nachbarn, einem Schwedischen Motorboot einstecken.

Pavilosto gefällt uns. Wunderschöner Sommerabend. Bei einem feinen Nachtessen (Lachs in Alufolie gebraten....mmmmhh FEIN) im Restaurant, gleich neben der Pier, lassen wir den Tag nochmals Revue passieren..... diese Wellen bei der Ausfahrt, ui ui ui! „...wie Tarzan an der Liane...hi hi “.... „.... wer hat die Hilde nicht im Wind gehalten? ....und wer hat dich wieder an Bord gezogen...hu hu?“ .......


Samstag, 11. Juli

Heute ist Fischerfest in Pavilosto. Wir wollen uns so einen Anlass, der Besucher aus dem ganzen Land anlockt, nicht entgehen lassen und beschliessen einen weiteren Tag zu bleiben. Jahrmarkt, High Life mit Musik, Beachvolleyball- und Fussballgrümpelturniere am Strand, Schiffsparade zum Empfang von Neptun, der landet dann mit einem Gummiboot am Strand...


Sonntag, 12. Juli

Reise, Reise. Unser heutiges Ziel ist Ventspils. Der Hafen ist alles andere als malerisch, ganz das Gegenteil von Pavilosto. Hier endet eine grosse Ölpipline aus Sibirien. Grosse Öltanks and Tanker. Eine grosse blaue Kuh grüsst von der Hafenmole. Ventspils macht wie Zürich (1994?) mit bei der europäischen Cow Parade.
Wir laufen 2 ½ km in die Stadtmitte. Monika klagt über Knieschmerzen....heute ist nicht ihr Tag. Auch hier hat es wieder die typischen Holzhäuser, in sämtlichen Variationen und Zuständen: zerfallene, chic und modern renovierte oder neugebaute.
Wir finden ein Restaurant. Die Bedienung spricht fehlerfrei Deusch. Sie studiert Deutsch an der Uni. Das Essen ist sehr gut.
Monika verliert eine weiter Partie im Backgammon. Der Spielstand lautet inzwischen 16:1. Monika ist frustriert und will wieder von neu anfangen. Wir machen’s wie beim Tennis. Der erste Satz geht an Alfred.


Montag, 13. Juli

Die Windvorhersage ist nicht sehr viel versprechend - 2-5 Knoten. Ventspils ist nicht der Ort um auf mehr Wind zu warten. Wir wollen weiter nach Estland, Möntu 44 sm entfernt ist das nächste Ziel. Wir motoren los. Vielleicht kommt doch noch Wind. Strahlend schönes Wetter. Die See ist spiegelglatt. Kein Windhauch.

Nach 4 Stunden setzt der Motor aus. Na ja, vielleicht hat er sich halt verschluckt? Er springt auch gleich wieder an und tuckert wieder, bis er nach einer halben Stunde wieder aussetzt. Dann mag er nur noch eine ¼ Stunde und schliesslich als wir gerade die Fahrrinne queren müssen setzt er alle 5 Minuten aus. Inzwischen haben wir mehr als die Hälfte des Weges zurückgelegt. Zurück nach Ventspils macht keinen Sinn. Zuletzt läuft er unter Belastung nur noch im Standgas. Ein kleiner Windhauch. Mit Motor und Segel machen wir 2-3 Knoten. 2 Stunden lang geht alles gut. Vielleicht schaffen wir es vor Sonnenuntergang (ca. 22.00 Uhr) noch bis Möntu. Dann ca. 2 sm vor dem Ziel schläft Wind ein und der Motor mag nicht mehr.

Alles Gutzureden hilft nicht mehr. Standgas-Gang eingelegt - Motor aus.... Anlassen-Standgas-Gang eingelegt-Motor aus.... Der Hafen ist in Sichtweite.Alfred ruft auf Kanal 16, 72, 10 ....keine Antwort. Wieder ....Anlassen-Standgas-Gang eingelegt-Motor aus.... Neuer Versuch Vollgas-Gang einlegen- der Motor macht einen Satz....läuft ein paar Sekunden ....und ist wieder aus. Nochmals.... ditto. Wieder Kanal 16, 72, 10 ....keine Antwort......
So geht das eine Weile. Alfred wird immer rabiater nochmal ... Vollgas-Gang einlegen- der Motor macht einen Satz .nach hinten und verschwindet gurgelnd in der Tiefe ...“Dän gang halt du Saubär“, ruft ihm Alfred hinterher.
Was tun? Wir probieren wieder Kanal 16, 72 .... und plötzlich meldet sich sich doch einer „Here is Rönbi“und fragt in perfektem Englisch, was das Problem ist und was wir brauchen...„stand by on channel 10, we will be there in half an hour“
Um 22:30 Uhr sehen wir ein Schiff aus dem Hafen kommen. Ein grosses Segelboot mit litauischer Flagge- aus Holz, mit dem Namen „Runbjarn“, Hilde’s grosse Schwester“ vollbesetzt mit einer Party in Bier-und Vodkastimmung. Wir werden ausgiebig geknipst und gefilmt und dann geht’s im Schlepp mit 6 Knoten zurück in den Hafen. Dort werfen sie die Leine los, bye, bye und fahren weiter... - wie wir später erfahren, nach Kurassaare.
Der Hafenmeister erwartet uns an der Pier und hilft uns beim Festmachen.
Möntu ist das Ende der Welt, ein Hafen, eine grosse Kühlhalle und viel Natur. Im neuen Hafengebäude gibt es moderne sanitäre Anlagen, sogar eine Sauna hat es. Eigentlich ein schönes Plätzchen, wenn nur das Problem mit dem Motor nicht wäre.
Was tun? Wir öffnen erstmal eine Flasche Wein und holen einen Parmesan aus der Vorratskiste...., dann gehen wir schlafen.....kommt Zeit kommt Rat.

Dienstag, 14. Juli

Gut geschlafen, aber die Sorgen lassen uns früh aufwachen. Ausser uns hat es noch 2 deutsche Segelboote im Hafen. Das eine kennen wir doch, oder?...Die „Manya“ war doch auch in Pavilosto und in Ventspils. Die können wir sicher fragen, ob sie uns helfen. Die besten Chancen einen neuen Motor zu bekommen haben wir in Kuressaare, dem Hauptort der Insel Saarema, ca 20 sm entfernt.. Nur wie kommen wir nach Kuressaare? Der Wind ist günstig von achtern, wir können segeln. Nur in der Kuressaarebucht führt dann eine schmale Fahrrinne bis zum Hafen, die zu segeln scheint uns doch ein bischen zu riskant zu sein.
Wir sollen vorraus segeln. Hans & Monika von der Manya wollen uns dann das letzte Stück in der Fahrrinne in den Hafen schleppen.

Wir legen ohne Problem unter Segel ab und sausen mit mehr als 5 Knoten Richtung Kuressare. Schönes Wetter. Guter Wind. Segeln vom Feinsten. Vor der Fahrrinne drehen wir bei und warten auf die Manya. Dann geht’s im Schlepp nach Kuressaare.

Oskar der Hafenmeister, ruft dem Motor - Specialist an. Eine Stunde später sind wir uns handelseinig. Der neue Motor, kommt per Schnellpost aus Tallinn, Bis morgen Nachmittag soll er da und eingebaut sein. Dass wir so schnell zu einem neuen Motor kommen, das hätten wir in unsern künsten Träumen nicht erwartet.

Gut gelaunt bummeln wir durch die hübsche Stadt und geniessen einen feinen Z’nacht auf der Terasse eines Restaurants.

Mittwoch, 15 Juli

Schönstes Sommerwetter. Wir mieten Velos. Baden, Besichtigung der Bischofsburg. Als wir am späten Nachmittag wieder zurückkommen, ist der Motor schon da und betriebsbereit. Wir haben jetzt einen Italiener: Marke Selva, 4-Takter mit dem Namen Goldfisch .... und sind 1300 Euro leichter.

Donnerstag, 16. Juli

Schönstes Wetter... Leider kein Wind Goldfisch kann gleich in Aktion treten. Unser Ziel ist Virtsu.

Virtsu ist ein Fährhafen, genau das Gegenteil von Kuressaare. Zum Lärm des Fährbetriebs kommt noch der Baulärm. Es schaukelt, dass einem Angst und Bang wird.

Wir machen uns auf die Suche nach einem Restaurant und wandern entlang der Schlange wartender Autos. „Where do you come from? ..... How do you like Estonia?” .... you must try this, best Vodka from Estonia“ so wird Alfred zu einem Vodka eingeladen. Da soll nochmal einer sagen, dass die Esten eher zurückhaltend sind.

Wir finden eine Imbissbude gleich neben der „Autobahn“. Wir schauen dem Fährbetrieb zu Ein „romantisches“ Plätzchen - wie im Film „Home“.

Freitag, 17 Juli

Weiterhin schönstes Sommerwetter. Guter Wind. Das Ziel ist Dirhami Viele Steine und Untiefen.“Da müsst ihr gut aufpassen beim Navigieren!“ warnen uns Hans & Monika und geben uns noch ein paar Tipps für die Route.

Anfangs weht noch ein laues Lüftchen. Aber Rasmus erhört Monikas Bitten und dreht die Winddüse immer mehr auf. Mit günstigem Wind, mehr oder weniger achterlich, duchqueren wir am Nachmittag die Bucht von Haapsalu.Als wir die Bucht verlassen, sehen wir einen Segler vorraus wieder einen U-Turn machen. Wenig später wissen wir warum: Der Wind hat gedreht und kommt jetzt mehr oder weniger ziemlich kräftig von vorn. Reffen? Lieber nicht. „Warum nicht nach Haapsalu?“ schlägt Monika vor. Wie wir später noch sehen werden, war das aus verschiedenen Gründen, eine sehr gute Idee. In Haapsalu gibt es zwei Yachthäfen: den alten „Yachtclub Haapaslu“ und die „Grand Holm Marina“. Laut Törnführer herrscht zwischen den beiden ein Konkurrenzkampf. Der Betreiber der Grand Holm Marina versucht die Boote mit ziemlich rabiaten Methoden an der Durchfahrt in den Yachtclub zu hindern und in die Marina zu locken. Als wir aber dort anlegen wollen, winkt uns ein Segler zu und bedeutet uns in den Yachtclub weiterzufahren. Vorsichtig tuckern wir weiter und ignorieren die Schilder „Danger“ und landen sicher im Yachtclub. Der Yachtclub hat inzwischen auch aufgerüstet. Im neuen Restaurant herrscht Hochbetrieb, scheint das neue In-Lokal zu sein. Wir zahlen die Liegebühr (250 LKs) und fragen, ob es vielleicht jemand gibt, der den ersten Service (Motor – und Getriebeölwechsel) für unseren Goldfisch machen kann. Der Hafenmeister macht ein paar Telefonanrufe. Eine halbe Stunde später kommt Sergej mit einem Mercedes vorgefahren und holt den Motor ab. 2 Stunden später ist der Motor gewartet und wieder eingebaut. Das nennt man Service, alles für 500 LKs (ca. 35 Euro).

Samstag, 18 Juli

Eigentlich wollten wir heute weiter nach Dirhami. Der Wetterbericht sagt aber wenig Wind vorraus. Beim Frühstück studieren wir nochmals den Lonely Planet und lesen, dass es täglich 17 Busse von Haapsalu nach Tallinn gibt. Wir beschliessen mit dem Bus nach Tallinn zu fahren. Zwei Stunden braucht der Bus bis Tallinn.
Die Hauptstadt Estlands ist sicher einen Besuch wert. In der Altstadt herrscht Hochbetrieb. Wir bummeln durch die Gassen, bestaunen die, nach der Wende, wunderschön restaurierten Häuser. Cafés, Restaurants und Läden, Läden, Läden ….. unsere Tussis hätten sicher ihre helle Freude an Tallinn.
Nach ein paar Stunden lassen wir uns fussmüde und hungrig auf der Terasse des „Syrtaki“ nieder und geniessen eine Auswahl von griechischen Vorspeisen..... Alfred bekommt von einem Tischnachbarn, einem griechischen Restaurantbesitzer aus Flensburg, einen Ouzo spendiert und muss versprechen, bei seinem nächsten Besuch in Flensburg im dortigen Syrtaki einzukehren.
Um 9 Uhr fahren wir mit dem letzten Bus zurück nach Haapsalu. Der Busfahrer ist so nett und nimmt uns auf seinem Heimweg bis zum Yachthafen mit und erspart uns 2 ½ km Fussmarsch. In beiden Hafenrestaurants ist die ganze Nacht eine Party zu Gange, mit Musik (die beiden Yachthäfen scheinen auch einen Konkurrenzkampf zu haben „wer kann am lautesten“!) und Feuerwerk, ein grosses Holzfeuer wird angezündet und brennt lichterloh .... schliesslich muss die Feuerwehr kommen und es löschen.

Sonntag, 19. Juli

Weiter mit Ziel Dirhami, an der Nordwestspitze Estlands. Guter Wind – Segeln vom Feinsten.

Dirham, hübscher Hafen am Ende der Welt. Neue Anlagen, EU finanziert.
Freundlicher Empfang vom Hafenmeister: „Welcome in Dirhami Harbour, my name is Diet.....“
Es ist schwül heiss. Wir nehmen ein Bad am nahen Strand. Dixi kann nicht genug bekommen... rein ins Wasser....im Sand wälzen...... rein ins Wasser....im Sand wälzen....
am nächsten Morgen kehren wir haufenweise Sand auf dem Boot zusammen.

Wie erwartet, kommt ein Gewitter. Zum Glück sind wir früh gestartet. Monika macht Siesta. Alfred macht sich an die Aktualisierung des Blogs.

Montag, 20. Juli

Wind SW 5-6 Bft, in Böen mehr – zu viel für die Überfahrt nach Hanko in Finnland. Wir machen einen Hafentag. Ausschlafen, Blog schreiben, Walderdbeeren sammeln (Dixi mag auch Erdbeeren und sammelt (frisst) eifrig mit uns um die Wette).
Ca 400m vom Hafen entfernt hat es einen kleinen Laden, mitten im Wald. Dort kaufen wir nochmals ein und brauchen unsere letzten EKs.

Wir wollen morgen die Überfahrt nach Finnland wagen. Der Wetterbericht hat für morgen weniger Wind vorhergesagt, allerdings ab 14 Uhr soll er wieder zunehmen.


Dienstag, 21. Juli

6.30 Uhr - Leinen los. Vorsichtshalber haben wir ein Reff eingebunden. Draussen hat es Wellen...Uiuiuiiiii....und schaukelt gewaltig. Wir setzen Segel und fahren mit 5-6 Knoten. „Das läuft ja prima“, meint Alfred, „Zeit für einen zweiten Kaffee“. 2-3 Stunden später lässt der Wind nach. Wir machen nur noch 4-5 knoten. Das hat die üblichen Diskussionen über „Ausreffen-oder-nicht“ zur Folge „Man kann ja nicht ewig mit angezogener Handbremse fahren“ Zum Glück setzt sich heute Monika durch. Das Reff bleibt drin. Rasmus hat nämlich nur kurz Luft geholt. Eine halbe Stunde später bläst er wieder..... und immer mehr. Das Log zeigt wieder 6 und manchmal 7 Knoten..... Trotz Wind und Welle, Hilde liegt gut im Wasser, keine kritischen Situationen. Bald heisst es (Finn)Land in Sicht. Um 14 Uhr erreichen wir pünktlich unsern ersten Wegepunkt und steuern Hanko an. Segel bergen – alles klappt heute prima, ohne grosse Diskussionen und Aufregung. Dann finden wir auch noch den Weg, sicher vorbei an allen Untiefen und machen in einer Ecke im Osthafen, schön windgeschützt, fest. Unsere finnischen Nachbarn helfen beim Festmachen. Die Finnen sind, ganz anderst als ihr Ruf, doch hilfsbereit; stimmt mal wieder nicht, was wir im Törnführer gelesen haben. Später gibt der Nachbar, 22 Jahre Segelerfahrung; Alfred noch ein paar gute Tipps für schöne Liegeplätze für die Weiterfahrt. Von ihm erfahren wir dann auch, dass die durchschnittliche Windstärke heute Nachmittag 13 m/s war – d.h. gute 6 Bft, in Böen wohl etwas mehr. Zum Glück haben wir das nicht gewusst, sonst lägen wir immer noch in Dirhami. Dort soll, wie wir später erfahren, letzte Nacht ein tornadoartiger Sturm hinweggefegt sein und Bäume plattgelegt haben.

In Hanko herrscht Hochbetrieb. Finnland hat Ferien. Wir machen einen kleinen Spaziergang. Wunderschön, wir sind im Land der Schären angekommen.

Zur Belohnung gönnen wir uns einen feinen Z’Nacht und sinken hinterher pappsatt und hundemüde in die Kojen.


Mittwoch, 22. Juli

Wir legen einen Hafentag ein. Vorräte Einkaufen im Supermarkt. Jetzt werden wir wohl wieder mehr „Chez Alfred“ essen. Monika ist glücklich, sie hat einen Marimekko endeckt. „Han’s doch gwüsst, in jedem Dorf in Finnland git’s an Marimekko!“

Im Hafen ist heute Markt. Erdbeeren, Heidelbeeren, Zuckererbsen, Salat, .... Räucherfisch und vieles mehr.
Zum Z’Nacht kaufen wir 2 Pizzas und trinken dazu eine Flasche Rotwein aus California, die wir im Waldlädeli in Dirham gekauft haben... globalisierte Welt!

Freitag, 10. Juli 2009

Die Hilde segelt wieder.....

Montag, 29 Juni
Wir kennen Danzig inzwischen in-und auswendig und auch aus der Vogelperspektive, nach 440 Stufen, vom Turm der Marienkirche. Monika erkundet auf ihren Dixi-Spaziergängen auch die weniger touristischen Hinterhöfe der Stadt... Gestern sind wir mit dem Bus zum Dom von Oliwa gefahren: Messe und Orgelkonzert auf der gewaltigen Orgel mit beweglichen Engeln, gebaut von Johann Wulf.
Alfred hat jeden Tag die Wetterberichte im Internet studiert und entdeckt jetzt einen Hoffnungsschimmer am Horizont: Mitte Woche soll der Wind drehen auf NW. So wird unsere Geduld vielleicht doch noch belohnt... Unsere Nachbarn haben am Samstag schon aufgegeben und sind mit Kurs Bornholm wieder zurück.
Strahlend schönes Sommerwetter. Wir segeln heute zurück nach Hel (Ausprache: hell „... go to hell..“), 20 sm näher bei Klaipeda.
Inzwischen haben in Polen die Ferien begonnen. In Hel ist Hochbetrieb. Ein deutsches Segelehepaar spricht uns an. Es hat sich herumgesprochen, dass da zwei Oldies mit Hund und einem kleinen Holzboot nach Kaliningrad wollen. Wir geben ihnen unsere gesammelten Infos inklusive die Skizze mit der Ansteuerung zum Yachthafen und wünschen eine gute Reise.


Dienstag, 30. Juni
Der Tag fängt gut an. Pitschi ruft an und hat gute Nachrichten: sie hat die Prüfungen bestanden. Wir freuen uns mit ihr.
Weiterhin strahlend schönes Wetter. Der erste warme Sommertag... T-Shirt Wetter. Wir mieten Velos und radeln durch Kiefern- und Birkenwälder in die nächste Ortschaft. Boxenstop an einer Tankstelle (heute geöffnet!), um zu fragen, ob unser Hund etwas Wasser zum trinken bekommen könnte. Selbstverständlich. Die Polen sind nicht nur sehr hilfsbereit sondern wohl auch grosse Hundefreunde. Schon öfters hat im Restaurant der Kellner, ungefragt, für Dixi eine Schale Wasser gebracht.
Am Strand sind Hunde verständlicherweise nicht erwünscht. Dafür gibt es einen separaten Hundestrand .... Wir baden... Wassertemperatur: ca. 18 °? Dixi holt unzählige Male ihren Holzstecken aus dem Wasser, wälzt sich genüsslich im Sand ....
Auf der Suche nach einem „Piwo“ kommen wir nach Jastarna und landen, dank Serendipity und Tipp von einem einheimischen Surfer im RËBÔK, in einer Fischbeiz. Da gibt es alle Sorten Fisch geräuchert, gebraten, gegrillt, mariniert, eingelegt ...... mmmmhh Fein- so ganz nach Alfred’s Geschmack
Auf dem Rückweg entdeckt Alfred, mit geübtem Wälderblick, Heidelbeeren am Wegrand. Wir füllen eine Plastikflasche und auch Dixi kommt auf den Geschmack und raffelt gekonnt die Beeren von den Sträuchern.


Mittwoch, 1. Juli
Morgendliches Bad im Meer. Frühstück mit Joghurt und Heidelbeeren. Ein Regenschauer, dann wieder Sonne. Wir fahren mit dem Velo an den Strand.
Alfred vergleicht noch mal alle Wetter-und Windberichte. Alle sagen für Morgen NW ca. 3-4Bft. Na da kann’s ja losgehen: Auf nach Klaipeda.
Die letzten Zloty werden aufgebraucht, Brot, Kaffeerahm, Wurst, Schinken, Käse ....und .aus Versehen, auch noch Bier mit Himbeergeschmack.


Donnerstag, 2. Juli
Wir stehen um 5 Uhr auf. Es ist diesig... „Mit Nebelfeldern ist zu jeder Jahreszeit zu rechnen“, hat Alfred gestern Abend noch im Törnführer gelesen.
Um 6.30 Uhr legen wir ab. Kurs 48°. Der Wind wacht auf und wir machen gute Fahrt 5-6 Knoten zeigt das Log.....tuuuuuT...töööööT, tönt ein Nebelhorn, dann taucht, aus den Nebelschwaden eine Fähre auf – zum Glück in sicherem Abstand.
In Gdynia ist ein Windjammertreffen. Wir zählen mindestens 6 Dreimaster auf dem Weg dorthin.
Zuerst sieht es so aus, als ob sich der Nebel auflöst und die Sonne durchkommt. Doch nach ca. 2 Stunden nimmt der Nebel wieder zu, gerade als wir das Verkehrstrennungsgebiet queren müssen. Schöne Sch....! Alfred bläst kräftig ins Nebelhorn und wir hören, und starren in die dicke Suppe und hoffen, dass nicht plötzlich ein Dickschiff auftaucht.
Als dann das GPS meldet, dass wir durch sind, wird auch die Sicht wieder besser und es geht nicht lange und der Nebel löst sich auf und die Sonne kommt durch . Blauer Himmel, Sonne, Wind 3-4Bft. Wir sausen mit mehr als 6 Knoten unserm Ziel entgegen.
Am späten Nachmittag sehen wir wieder Land. Kap Taran, die russische Enklave Kaliningrad.
Die Wellen nehmen zu, wir machen weniger Fahrt.
Um 9.30 Uhr taucht die Sonne, wie eine glühend rote Kugel spektakulär ins Meer. Um 11.30 Uhr ist es dunkel. Möne sucht besorgt den Horizont nach möglichen Gefahren ab....sieht „Gespenster“ und verzieht sich dann zu Dixi nach unten. Alfred steuert, und ab und zu, wenn er einnickt, macht er eine unfreiwillige Wende. Der Mond geht auf und taucht wieder unter. Sternenklare Nacht, eigentlich richtig romantisch, wenn man nur nicht so müde wäre und der Hintern nicht weh tun würde.
Um 1 Uhr morgens fängt es schon wieder an heller zu werden. Fast nahtloser Übergang von Abenddämmerung zum Morgengrauen. Um 3 Uhr ist es hell.
Der Wind lässt nach, wir machen nur noch 3-4 Knoten. Bis zum Ziel sind es noch 30 Meilen. Wir nehmen den Flautenschieber zur Hilfe, sonst kommen wir nie an.
Um 11.30 Uhr ist’s es geschafft. Wir machen im Kastellhafen von Klaipeda fest. Es ist heiss. Wir fühlen uns wie nach einer Ozeanüberquerung - hundemüde, aber erleichtert – wir haben’s geschafft. 127 Meilen, in 29 Stunden!
Der Hafen wird gerade umgebaut, frisch ausgebaggert. Wir finden ein Plätzchen in der hintersten Ecke, gerade gegenüber vom Stadtzentrum dafür aber einen halben Kilometer entfernt von den Sanitäranlagen. Letztere sind modern & picobello.
„Die Litauer sind die Italiener des Baltikums“, haben wir gelesen. Der erste Eindruck: Stimmt! Immer wieder grüsst einer von der Hafenmauer und fängt ein Schwätzchen an. Wir bummeln durch die Altstadt, tanken Geld am Bankomaten, löschen unsern Durst mit einem Bierchen .....und Dixi? Auf demTheaterplatz mit dem „Ännchen von Tharau“ auf dem Simon-Dach-Brunnen, schafft es Dixi nicht über den Brunnenrand....sofort kommt eine Frau von einem Andenkenstand gesprungen und schöpft Wasser mit einer grossen Wasserflasche eine andere bringt eine Plastikschale, damit der arme Hund trinken kann. Die Litauer scheinen den Polen in Sachen Hundeliebe nicht hintanstehen zu wollen.
Nach einem frühen Nachtessen auf der Terasse des Hafenrestaurants spielen wir noch eine Partie Backgammon. Alfred gewinnt, aber zwischen den Zügen nickt er immer wieder ein. Zeit für’s Bett.


Samstag, 3. Juli
Nach einem gemütlichen Z’Morge in der warmen Sonne, brechen wir auf nach Nida. Wir haben Gestern noch eine detaillierte Seekarte im Tourismusbüro gekauft und Alfred hat alle Wegepunkte für den kritischen nördlichen Teil des Fahrwassers ins GPS eingegeben. Wir tuckern mit Motor und Fock. Das heisst der Motor „verschluckt“ sich mal wieder... Plastikventil...Zündkerze putzen... nochmal Zündkerze... Alfred schwitzt und flucht und Monika philosophiert und kommentiert, was wohl dieses Mal die Ursache sein könnte.... Dann tuckert der Motor wieder... als ob nichts gewesen wäre.
Ein Kurenkahn, als Ausflugsboot umgebaut, überholt uns. Ein lustiges Völkchen ist an Bord: - Gesang, Tanz, Polonaise .... In Juodkrante (Schwarzort) machen wir einen Boxenstop. Wir legen an der Stadtpier vor dem Ausflugsschiff an. Sofort sind hilfreiche Hände bereit, um die Hilde festzumachen und der Beatzung auf die Mole zu helfen. Nach einem Bier und einem kleinen Imbiss aus der nationalen Cuisine (Hering mit Kartoffeln für Alfred und einer Art Kartoffelpuffer mit Sour Creme Sauce & Bacon Bits für Monika) fahren wir weiter Richtung Nida. Nachdem der kritische Teil des Fahrwassers gemeistert ist, setzen wir das Gross. Der Wind nimmt zu und mit 5 Knoten sausen wir dem Ziel entgegen. Zum Schluss kommt dann noch die Sonne hinter den Wolken hervor ... Nida mit seinen roten Ziegeldächern kommt in Sicht und die grosse Sanddüne leuchtet golden am Horizont.
Im Hafen ist Hochbetrieb. Kinder kurven mit Elektroautos auf der Hafenmohle ....alle geniessen das erste Sommerwochenende des Jahres.


Sonntag, 4. Juli
Schönstes Sommerwetter. Wir mieten Velos. Die Pullover lassen wir zu Hause. Zuerst geht’s über den Hügel an die andere Seite, an den Ostseestrand. Auch hier ist Hochbetrieb. Nach einem erfrischenden Bad radeln wir zurück ans Haffufer und dann weiter auf einem gut ausgebauten Veloweg (ca. 8 km) entlang der Uferpromenade, vorbei an rot und blau gestrichenen Fischerhäusern, mit pittoresken Giebeln und liebevoll gepflegten Gärten und dann durch einen Kiefernwald nach Preila. Dort machen wir Halt trinken ein Bier und verschmausen ein Brasse,.....mmmmmhhh-FEIN - frisch aus der Räucherkammer. So gestärkt geht’s zurück nach Nida und dann noch auf die grosse Düne im Süden des Ortes.
Zum krönenden Abschluss des Tages gibt’s ein feines Nachtessen im Restaurant „Eserine“.


Montag, 5. Juli
Nieselregen. Der Sommer macht wieder Pause. Dafür kommt der Wind aus Südwest, ideal um nach Klaipeda zurückzusegeln.
Dieses Mal machen wir auf der Nehrungsseite in Klaipeda-Smiltyne, gegenüber vom Kastellhafen, fest. Der Yachthafen hat noch etwas vom sozialistischen Charme vor der Wende, mit einfachen aber sauberen Sanitäranlagen in einem Hotel, wohl eine Art Jugendherberge. Nach einer Dusche, studieren wir bei einem Bier auf der Terasse des Restaurants die Wind-und Wetterberichte im Internet. Süd-Südwest ist angesagt, aus der richtigen Richtung ...aber schwach – aber vielleicht reicht’s? Wir wollen Morgen weiter nach Liepaja, in Lettland.
Wir nehmen die Fähre nach Klaipeda, kaufen Verpflegung für Morgen und gehen dann ins „Gili Kaimas“, vom Lonely Planet empfohlen, neben dem guten Essen...“for its atmospheric setting in a great Soviet-era cinema. Ein Hunde-Verboten Schildn der Tür lässt uns kurz zögern...eine anständige Schweizerin macht nichts Verbotenes.. ... aber dann laufen wir einfach ein und durch in eine ruhige Ecke und bevor einer was merkt, wird Dixi unter Bank und Tisch versteckt. Es hat sich gelohnt. Wir nutzen die letzte Gelegenheit die Litauische Küche kennenzulernen.
Wir haben erst heute Abend, als wir in der Stadt an einer Uhr vorbeikommen, gemerkt, dass die Uhren in Litauen eine Stunde voraus sind. Zum Glück, denn so erwischen wir um 11 Uhr noch die letzte Fähre zurück.


Dienstag, 6. Juli
Um 7.30 Uhr heisst es Leinen los. Die Sonne kommt durch, der Sommer meldet sich zurück. Leider ist Rasmus heute etwas schwach auf der Brust. Statt 3 Windstärken, wohl eher 1-2. Dafür hat es noch reichlich Welle von achtern. Das Segel knallt immer beängstigend ... wir müssen immer wieder den Flautenschieber zu Hilfe nehmen.
Nach 15 Stunden für 62 sm machen wir um ½ 10 Uhr in im Yachthafen im Hafenkanal in Liepaja fest. Der Hafen bietet einen ausgezeichneten Service: moderne Sanitäranlagen (warm Duschen, so lang, wiedas Herz begehrt), neue Waschmaschine, Trockner, Internetzugang,....
Als wir dann noch ein Restaurant finden, wo wir trotz später Stunde noch etwas zum Essen bekommen, ist unser erster Eindruck von Lettland SEHR GUT!
Für Morgen ist erst Flaute und für den Abend und die Nacht Regen und Sturm angesagt. Wir finden Liepaja ist kein schlechter Ort zum Abwettern. Schon erstaunlich, wie man Selbstverständlichkeiten wie saubere, grosszügige Sanitäranlagen und eine funktionierende Waschmaschine wieder schätzt und geniesst und , wie derTagesablauf vom Wind und der Wetterlage bestimmt werden.


Mittwoch, 7. Juli
Regenwetter. Alfred macht sich an die Aktualisierung des Blogs. Monika lädt die Waschmaschine und wandert zwischendurch mit Dixi zum Strand.


Donnerstag, 9. Juli 2009
Die ganze Nacht regnet es. Wir liegen geschützt und merken nicht viel vom Sturm.
Schönes Wetter. Wir machen einen Spaziergang durch die Stadt. „Liepaja Wie Nach Noten“. Den Weg markieren Noten im Strassenpflaster. Warum Noten? Liepaja nennt sich die lettische Hauptstadt der Musik, besonders der Rockmusik.
Wir sehen schöne alte Holzhäuser, teilweise renoviert und mit modernen Gebäuden harmonisch ergänzt. Andere sind am Verfallen... wahrscheinlich fehlt es an Geld. Vom Turm der Dreifaltigkeitskathedrale geniessen wir einen herrlichen Rundblick auf Stadt und Meer.
Am besten gefällt uns aber der Markt. Früchte, Gewürze, Kräuter, Blumen, dicke Tomaten, Kirschen,...alles was das Herz begehrt. Wir kaufen Heidelbeeren und Walderdbeeren .... fürs Frühstück mit Joghurt!
Abendessen im berühmetn Rock Cafe. Heute leider kein Live Concert.

Freitag, 26. Juni 2009

Danzig.....wie lange noch? .... die Antwort weiss nur der Wind


Sonntag, 14.Juni 2009
Kolberg. Gut geschlafen. Die Sonne scheint. Der Wind hat etwas nachgelassen, bläst aber immer noch mit Stärke 5 und in Böen mehr. Ein paar Mutige fahren los: Wir beschliessen noch bis Morgen zu warten. Ein weiser Entscheid, wie wir später hören werden.
Monika macht Waschtag. Ein arbeitsaufwendiges Verfahren: Wasser kochen, einweichen, waschen, spülen.... Alfred wandert unterdessen in den Supermarkt (Lidl) zum Einkaufen.
Strandspaziergang. Kinder bauen Sandburgen, Omas suchen Bernsteine,..... Strandferien an der Ostsee.


Montag, 15. Juni 2009
Kolberg. Frühstart. Kurz nach 6 Uhr heisst es Leinen los. Heute ist die letzte Gelegenheit durch das militärische Sperrgebiet zu fahren. Sonst müssen wir eine Woche warten, oder viele zusätzliche Meilen aussen um das Sperrgebiet herum fahren.
Wir setzen noch im Hafen die Segel. Zum Glück, denn draussen schaukelt es gewaltig – 2.5 m Welle. Wir haben achterlichen Wind und stellen laufend neue Geschwindigkeitsrekorde auf (> 7 Knoten). Vor dem Wind mit Welle, heisst aber auch „Kotzkurs“. Zuerst ist Dixi an der Reihe. Sie weiss aber was sich gehört und frisst’s gleich wieder auf und legt sich wieder in ihre Hundekoje. Leider ist das nicht alles. Dixi, jammert und jault .... sie muss mal! .... Das Cockpit ist vollgeschissen .... Dixi hat Durchfall. Alfred putzt so gut’s geht mit Schwamm und Küchenpapier ... Das würde jetzt eigentlich reichen, aber es soll noch schlimmer kommen. Ungefähr 2 Stunden vor dem Ziel, geht die Pinne aus dem Leim. Monika repariert sie notdürftig mit Klebeband („Klauenband“) und ist hinterher, vor lauter Aufregung, auch seekrank. Dann kommt Dixi wieder an die Reihe.... etc.
So erreichen wir nach 56 sm und 9 Stunden unser Ziel Ustka.Wir liegen an der Stadtpier. Ohne Strom und Wasser und WC hat es auch keines, dafür ist alles umsonst.
Erste Priorität: Pinne reparieren: Alfred geht Leim kaufen, 2 Bauarbeiter, die an einem Haus gegenüber ein Gerüst montieren, helfen kleben, Peter vom Nachbarschiff bringt seine Akkubohrmaschine und grosse Holzschrauben.
Dann heisst es Schiff putzen. Die Bilge war noch nie so sauber - Dank Dixi!


Dienstag, 16 Juni 2009
Ustka. Gut geschlafen. Klabauterhund hat von der Tierärztin Baytril verordnet bekommen. Klabauterfrau selbst schluckt heute prophylaktisch Stugeron. Dann geht’s weiter mit achterlichem Wind nach Leba. Heute wesentlich ruhiger mit weniger Welle. So bleiben auch alle gesund.
Leba hat einen schönen modernen Yachthafen, ruhig in einem Kiefernwald gelegen.
Wir mieten Velos und fahren ca 10 km zu den grossen Wanderdünen. Toller Anblick. Sand , Sand, Sand, feiner Sand für Sanduhren, .....wie in der Sahara ..... 40 m hoch, 500 ha gross.
Wir essen feine polnische Spezialitäten im Restaurant des Yachthafens: Für Monika gibt’s Pierogi (Teigtaschen), Alfred isst eine Saure Mehlsuppe im Brotteig, Schweineschmalz & Brot à dicretion, und Rindfleischroulade mit Kartoffelpuffer.


Mittwoch, 17 Juni 2009
Leba. Zu viel Wind. Wir bleiben einen weiteren Tag in Leba, mieten wieder Velos und fahren nach Osten zum Leuchtturm von Stilo. Wunderschöne Veloroute, durch Kiefernwälder an einem See entlang .... und die Krönung des Ganzen, es gibt tatsächlich ganz in der Nähe des Leuchtturms beim Campingplatz ein Gartenrestaurant mit Bier („piwo“) und feinen Sachen für hungrige Velofahrer: Kuttelnsuppe für Alfred und Kartoffelpuffer für Monika.


Donnerstag, 18 Juni
Leba. Wieder Frühstart. Das heisst um 5 Uhr aufstehen, schnelles Frühstück, Schiff parat machen – um ½ 7 Uhr legen wir ab. Beim Auslaufen erfahren wir von unsern Nachbarn, dass der Wetterbericht Südost 5-6 Bft und Starkwindwarnung hat. Noch kommt der Wind aber aus Süd, so wie von den Online-Wetterberichten vorherhergesagt.
Mit halbem Wind und ohne Wellen kommen wir zügig voran, 6-7 Knoten. Kaum haben wir das Kap Rozewie gerundet, lässt der Wind nach und kommt von vorne aus SO. Das Barometer ist seit heute Morgen auch kräftig gefallen. Wir wollen das Schicksal nicht unnötig herausfordern und ändern unser Tagesziel. Statt Hel laufen wir Wladyslawowo an.
Wladyslawowo (Grossendorf) ist der grösste Fischereihafen Polens. Wir finden, der Hafen ist schöner als sein Ruf. In der Abendsonne geben die bunten Fischerboote ein malerisches Bild.


Freitag, 19 Juni
Wladyslawowo. Unser nächstes Ziel ist Hel. Rasmus belohnt unsern Frühstart mit einer leichten Brise. Dann schläft der Wind ein und als wir in Hel eintreffen fängt es an zu regnen. Später am Abend klart es es wieder auf. Wir besteigen den Leuchtturm und bei schönstem Sonneschein machen wir einen langen Spaziergang dem Strand entlang.
Eigentlich haben wir ja geplant von Danzig nach Kaliningrad (Königsberg) zu segeln. Das sind je nach Route nur ca. 60 sm. „Wollt ihr euch das wirklich antun“? fragen alle, die Kaliningrad aus eigener Erfahrung oder vom Hörensagen kennen. „Plattenbautenromantik, postkommunistische Tristesse, sozialistische Bürokratie kombiniert mit Sprachproblemen, etc.“. Auf der andern Seite der Waagschale liegen der Reiz des Abenteuers, der „Terra incognita“ ... und 300 Euro für die Visa haben wir auch schon investiert. Nach einigem hin und her, entscheiden wir uns direkt nach Klaipeda in Litauen zu segeln.
Nach eingehendem Studium aller Wetterberichte - Morgen noch Westwind, später abflauend und dann die ganze nächste Woche Nordost – beschliessen wir auch Danzig fallen zu lassen und morgen die 102 sm nach Klaipeda zu segeln.


Samstag, 20 Juni
Hel. Zuerst müssen wir unsere Benzinvorräte auffüllen, schliesslich sieht’s ja ganz nach Flaute aus.Hel hat keine Tankststelle, die nächste ist im Nachbarort, 10 km entfernt .... aber zur Zeit geschlossen. Die nächste Tankstelle ist in Wladyslawowo, ca. 30km entfernt. Der Nachtwächter bestellt uns ein Taxi. Als er Alfred dann mit seinem kleinen 5 Liter Kanister sieht , langt er sich an den Kopf „ 120 Zloty (30 Euro) for taxi for this?“ und organisiert einen 30 Liter Plastikkanister (gratis!). Alfred fährt also mit dem Taxi nach Wladyslawowo und kauft 30 Liter Benzin und noch 3 richtige Benzinkanister (à 5Liter). Wieder zurück wird das Benzin aus dem grossen Kanister, der nicht ganz dicht ist, in die kleinen Kanister gefüllt und, mit nachbarschaftlicher Hilfe, wird der grosse Kanister dicht gemacht... Alle sind rührend besorgt um „die Schweizer mit ihrer Nussschale“ Am Horizont ziehen schwarze Wolken auf. „Sieht nach Gewitter aus“ meinen die besorgten Segelnachbarn.
Um 11 Uhr legen wir ab. Kaum sind wir aus dem Hafen draussen, lässt der Wind nach. Mit 2-3 Knoten Fahrt kommen wir vielleicht an Weihnachten nach Klaipeda. Wir nehmen den Motor zu Hilfe. Dann schläft der Wind ganz ein ... und kommt, nach einer Bedenkpause, schliesslich von Nordost, dort wo wir hin wollen. Nach 5 sm kehren wir um und tuckern zurück nach Hel.


Sonntag, 21 Juni
Hel. Heute soll der Wind nach Nordost drehen, dann zunehmen und die ganze Woche so bleiben. Also gehen wir halt doch nach Danzig.
Kurze Aufregung vor der Abfahrt: Dixi ist verschwunden. Sie ist jetzt in der heissen Phase und flirtet mit jedem Hundemann. Wir ahnen schon Schlimmes, finden sie dann aber in der Hafenbeiz, wo sie unter Tischen und Bänken nach Essbarem sucht.
Mit einer leichten achterlichen Brise aus NO segeln wir Richtung Danzig. Ab und zu herrscht Aufregung, wenn mal wieder eine Fähre am Horizont in Sicht kommt und Monika findet, dass sie direkt auf uns zu kommt.
Wir erreichen aber sicher die Hafeneinfahrt, passieren das Denkmal der auf Westerplatte, wo man üblicherweise die Flagge dippt und tuckern dann weitere 6 sm die Marta Wisla (Tote Weichsel) hinauf.
Wir liegen in der Marina Gdansk an der Mottlau, direkt vor dem Krantor. In die prächtig restaurierte Altstadt sind es nur wenige hundert Meter.


Montag, 22 Juni bis.......?
Danzig. Warten auf Wind aus der richtigen Richtung. Danzig ist ein guter Platz zum Abwarten. Wir bummeln durch die schöne Altstadt, die nach dem Krieg nahezu vollständig zerstört war und dann nach alten Stichen, Fotografien und Plänen wieder aufgebaut wurde.
Gleich neben dem Yachhafen liegt die Philharmonie. Wir gönnen uns einen Konzertbesuch - 15 zloty, ca 5 Franken pro Person mit Seniorenrabatt!! und geniessen Pirogi und andere Leckereien in den Restaurants an der Altstadt. Das Wetter, mal strahlend schön, mal Regen, und der Wind, mal viel, mal weniger, aber konstant aus Nordost! Laut Wetterbericht soll das auch nächste Woche noch so bleiben.
Alfred macht einen weiteren Versuch mit seiner EC Karte, muss aber feststellen, dass das Problem wohl nicht bei den polnischen Bankomaten sondern bei seiner Karte liegt. Zum Glück hat Monika ihre Visa Karte dabei und nachdem auch noch der Pin zu hause gefunden ist, können wir wieder Geld beziehen.
Wie lange werden wir noch in Danzig bleiben? Die Antwort weiss nur der Wind.

Samstag, 13. Juni 2009

Eingeweht in Kolberg......

Montag, 9. Juni 2009

Gleich nach dem Frühstück macht sich Alfred auf zur Bank, um die Bancomatkarte wieder zurückzubekommen. Die Bank hat keinen Schlüssel. Um 4 Uhr nachmittags kommt der ATM Service, dann kann er die Karte wieder zurück erhalten, inshallah. Alfred gibt nicht locker, versucht es, mal laut mal leise:... „noch nie so was erlebt... wo gibt’s denn sowas? einfach die Karte einziehen...“ ditto der Bankmanager: „ ....hat er auch noch nie erlebt.... wohl die falschen Tasten gedrückt??!!!“ „....NEIN, überhaupt nichts gedrückt.....“ - .“gerade deshalb...“. Schliesslich, lässt der Manager sich doch dazu erweichen, einen Schlüssel zu suchen: Duzendweise holt er Schlüssel aus seinen Schreibtischschubladen..... - genauso wie zu hause, wenn ein Schlüssel für’s Veloschloss gesucht wird – alle werden probiert.... ab und zu geht der Alarm los..... aber alles „Sesam-öffne-dich“ bleibt vergeblich. Heute Nachmittag um 4 Uhr!
Das heisst, wir müssen die Abreise wohl oder übel verschieben. Später erfahren wir, dass es viel mehr Wind gehabt hat, als vorhergesagt - so hat alles Übel auch wieder was Gutes.
Wir gehen Einkaufen und ergänzen unsere Vorräte. Alfred geht zum Friseur (20 Zloty ca. 7 Franken). Um ½ 5Uhr hat er die Bancomatkarte zurück. Bei der Bank nebenan, erfährt er, dass er offensichtlich nicht der Erste ist...ausländische Karten werden häufig von polnischen Automaten geschluckt.

Dienstag, 10. Juni 2009
Es gibt 3 Arten von Wind: zu viel, zu wenig oder aus der falschen Richtung. Wir glauben der Vorhersage die im Büro des Hafenmeisters aushängt„ 5- 6 Bft, und mehr in Schauer- und Gewitterböen “ und beschliessen einen weiteren Tag zu warten.
Sonne und strahlend blauer Himmel. Wir mieten Velos und fahren auf dem Radwanderweg „Grüne Oder“, mit der Fähre zur Nachbarinsel Wollin, zum höchsten Leuchtturm der Ostsee, durch ein Naturschutzgebiet zum Dorf Pryztor und via einer anderen Fähre wieder zurück auf die Insel Usedom. Dunkle Wolken am Horizont, Donnergrollen... „Swinemünde 7km“ sagt ein Schild. Ob’s wohl reicht? Knapp vor dem Ziel, erwischt es uns .... Mitten im Wald. Wir suchen unter den Bäumen Schutz. Aber bald tropft’s durch das lichte Dach der Kiefern. Sieht so aus, als wolle es noch lange regnen. Sobald das Schlimmste vorüber ist fahren wir wieder los. Den nächsten Schauer wettern wir an einem Erdbeerverkaufsstand ab. 1 Kg Erbeeren - kosten 4 Zloty (1 Euro) – wir futtern Erdbeeren und warten, dass der Regen nachlässt. Das passiert dann aber erst, als wir tropfnass wieder im Yachthafen zurück sind.
Nach einem wärmenden Wodka und Irish Coffee gibt’s Pasta und das letzte Bärlauchpesto.

Mittwoch, 11 Juni 2009
Um 9 Uhr heissts „Leinen los“. Endlich! Habe statt der 10 Euro Kaution für die Schlüssel nur 20 zloty zurückbekommen. Na ja, die 5 Euro sind wohl für das Katzenfutter, das Dixi der Katze vor dem Marinabüro immer weggefressen hat. Wir segeln mit achterlichem Wind, mit 5 Knoten, Kurs Dzinow. Sonne. Blauer Himmel und eine frische Brise um 4 aus Süd –Südwest. Segeln vom Feinsten! Nach 21 sm machen wir um 13.45 Uhr im Yachthafen an der Dziwna fest. Der kleine Yachthafen ist idyllisch und ruhig gelegen; alles Wichtige ist vorhanden, Strom, Wasser und eine Beiz, mit 2 Sorten piwo vom Fass.
Endlich mal wieder ein Tag ohne Abenteuer. Sogar die Einfahrt, vor der uns eine deutsche Segelfrau vor der Abfahrt noch gewarnt hat, haben wir, dank GPS-Navigation immer in der Fahrrinne, ohne Problem geschafft.
Wir machen einen Spaziergang und Einkaufsbummel ins Dorf und an den Strand, wo wir ein schnelles Bad nehmen.. Nachtessen in der kleinen Beiz im Yachhafen: Flunder und Dorsch mit Pommes & Salat.

Donnerstag, 11.6.2009
Um 8.30 Uhr heisst es Leinen los. Ziel ist Kolberg, 36 sm östlich der nächste Hafen. Schönes Wetter. Wind aus SO/S, so wie es http://www.windfinder.com/ vorhergesagt hat. Einen anderen Wetterbericht haben wir nicht, zum Glück.....
Mit halbem Wind sausen wir mit 5-6 Knoten, ab und zu > 7 Knoten, unserm Ziel entgegen. Nach 7 Stunden machen wir im Yachthafen in Kolberg fest. Wieder ein Tag ohne Abenteuer... das heisst nicht ganz: bei der Einfahrt im Hafenkanal, mit der„Santa Maria“, einem traditionellgetakelten Ausflugsschiff, dicht an der „Stossstange“... geht das Benzin aus. Die Touristen haben etwas zu gucken... bis Alfred wieder Benzin aufgefüllt hat und der Motor wieder tuckert.
Wir machen neben einem deutschen Zweimaster fest. „Woher, wohin ... und wie war der Wind?“ Wir erfahren, dass der Deutsche Wetterdienst heute Ostwind, 5 bft vorhergesagt hat....manchmal ist es besser, keinen aktuellen Wetterbericht zu haben.
In der Morast Redoute kaufen wir feinen Räucherfisch und geniessen in der warmen Abendsonne ein feines Nachtessen – Gschwellti mit geräuchtertem Lachs, Forelle und Makrelen. Von unserm Nachbar erfahren wir, dass heute Nacht Sturm vorhergesagt ist...das Barometer sinkt im freiem Fall.

Freitag, 12.6.2009
Um 2 Uhr morgens legt es los. Der Wind bläst in die Persenning, dass uns Angst und Bange wird und die Hilde im Hafenbecken in Schräglage geht...Alfred klettert immer wieder mal raus und „züpfelt“ an den Tauen....an Schlaf ist bis 4 Uhr nicht zu denken.
Wir schlafen aus bis 9 Uhr. Nach einer warmen Dusche, brühend heiss in der Männerdusche, gibt’s ein spätes Frühstück. Beim Spaziergang am Morgen entdeckt Monika, dass Dixi läufig ist. Das hat uns gerade noch gefehlt.
Wir gehen in die Stadt, tauschen Geld, kaufen einen elektrischen Wasserkocher - um Brennspiritus zu sparen – und finden sogar wieder einen Ersatz für den verloren gegangenen Sparschäler.
Es stürmt und stürmt. Obwohl die Saison noch nicht begonnen hat, hat es schon viele Touristen....die Schultern eingezogen, Kopf vorüber gebeugt, Kapuzen über den Kopf gezogen, wandern sie durch die Strassen oder den Strand entlang um „Luft zu schnappen“. Die haben sich wohl das verlängerte Wochenende – am Donnerstag war Fronleichnam – auch anderst vorgestellt.
Im neuen Regionalen Kulturzentrum gibt’s kostenlosen Internetzugang. Wir studieren verschiedene Wettervorhersagen. Alle sagen das Gleiche: Der stürmische Westwind dauert an, auch Morgen Samstag ist Westwind, Stärke 6-7 Bft, vorhergesagt.
Das im Törnführer empfohlene Kantor Cafe ist leider ausgebucht. Wir finden aber eine gute Alternative. Gulaschsuppe und Schnippo für Monika und Saure Mehlsuppe und Schweinsbraten für Alfred.... das richtige Essen für dieses Wetter.

Samstag, 13. Juni 2009
Heute Nacht legt’s wieder richtig los. Es stürmt und regnet – waagrecht. Dixi ist nicht nur läufig sondern hat auch Magen-oder Darmverstimmung und muss immer wieder raus.....trotz Wetter bei dem man keinen Hund vor die Tür jagt!
Sauwetter. Wir bleiben so lange, wie möglich im warmen Schlafsack..... die heisse (heute nicht mehr brühend heiss) Dusche tut gut. Im Radio läuft Il Divo ... wir wettern ab. Lesen (Monika), Blog Schreiben, Wetterberichte Studieren (Alfred)..... Der Hafen hat einen Hot Spot mit freiem Internetzugang.
Heute Abend gehen wir ins empfohlene Kantor Cafe. Zur Vorspeise gibt’s gegrillte Auberginen mit Feta, als Hauptgericht Gänsebrust mit Moosbeeren (Monika) und Entenbrust mit Apfel-Curry Sauce. Mmmmmmhhh FEIN! Der kulinarische Höhepunkt unserer Reise!
Die grauen Wolken haben sich verzogen. Aber es bläst immer noch kräftig. Wir warten wohl besser noch einen Tag mehr, am Montag soll der Wind nachlassen.

Montag, 8. Juni 2009

Klabautermann,
Klabauterfrau,
Klabauterhund,
sind inzwischen in Polen (Swinemünde) .


Montag, 1 Juni 2009
Heute stehen wir früh auf. Die Brücke öffnet um 8.20 Uhr. In der Marina Neuhof, ein paar Meilen den Strelasund hinunter, tanken wir und frühstücken gemütlich in der warmen Morgensonne. Ein warmer Sommertag mit einer leichten Brise aus Nord – Nordwest ist angesagt. Der Wind hält sich aber nicht an die Vorhersage und kommt aus Ost –Südost. Wir kreuzen eine Weile und ändern unser Tagesziel. Statt zur Insel Ruden nehmen wir Kurs auf Seedorf in der nordöstlichen Ecke des Greifswalder Boddens. Als der Wind dann ganz einschläft, kommt der Flautenschieber in Aktion. Der Motor tuckert munter vor sich hin.... und macht dann pötzlich tuck. ...tuc...t... – gleiches Problem, wie schon gehabt. Alfred versucht wieder die bewährte Methode, Plastickfilter ausschrauben, ausblasen.... dann noch einen Schluck Brennspiritus in den Tank, ein Tipp vom Tankwart in Neuhof – „Alkohol bindet Wasser und zieht’s dann mit raus“ und Vodoo Vodoo ......der Motor läuft wieder.
Seedorf liegt an einer fjordartig tief in das Land einschneidenden Bucht, mit Liegeplätzen auf beiden Seiten des Ufers. Wir geniessen einen wunderschönen warmen Sommerabend mit Pasta con Pesto à la Alfredo.

Dienstag, 2 Juni 2009
Weiterhin Sommerwetter. Monika macht mit Dixi einen langen Spaziergang vorbei an Rapsfeldern mit roten Mohnblumen, Margeriten und Kornblumen am Wegrand.... mit Blick auf den Bodden und weiter hinten auf die Ostssee.
Wir kaufen Räucherfisch für heute Abend und was es sonst noch braucht...
Um 11.30 Uhr legen wir ab. Wind von achtern, nicht zuviel, nicht zu wenig – Segeln vom Feinsten!
Auf der Insel Ruden, unserem heutigen Tagesziel gibt’s nichts... kein Wasser, kein Strom, nur ein Plumsklo und einen Aussichtsturm, als Messturm für Raketenprogramm der Wehrmacht gebaut, jetzt Informationszentrum für Naturschutz. Ruden ist 26 ha gross, aber nur der südliche Teil um den Hafen ist frei zugänglich.
Zu DDR Zeiten war die Insel für die Öffentlichkeit gesperrt. Eine Kaserne der NVA ist am verfallen. Die einzigen Inselbewohner sind ein Ehepaar, Naturwart und Hafenmeister, sehr freundlich, offenbar eng verbunden, machen immer alles zusammen. Die Liegeplatzgebühr kostet nur 4 Euro.
Es ist warm. Wir nehmen unser erstes freiwilliges Bad in der Ostssee. Die Wassertemperatur ist laut Badethermometer 16° ,,,,,brrrh, wir sind schnell wieder draussen.
Zum Nachtessen gibts feinen Räucherfisch und Gschwellti.

Mittwoch, 3 Juni 2009
Heute Nacht hat es kräftig geblasen und merklich abgekühlt. Laut Wetterbericht soll es die nächsten Tage richtig kalt werden, Schafskälte.
Wir legen mit Fock ab und segeln Richtung Peenemünde und später die Peene hinunter bis nach Wolgast. Dort müssen wir warten, bis die Brücke um 16.45 Uhr wieder öffnet. Wir machen einen Bummel durch die schön restaurierte Altstadt, kaufen ein und in der Bäckerei gibt’s einen Cappucino mit süssem Gebäck.
Das Tagesziel ist Krummin ein Naturhafen wunderschön in einer Schilflandschaft gelegen.

Donnerstag, 4 Juni 2009
Am Morgen ist es noch strahlend schön. Wir machen einen Spaziergang durch das schöne Dorf. Die Kirche wurde noch zu DDR Zeiten in Eigeninitiave der Einwohner restauriert.
Im Lauf des Vormittags ziehen dunkle Regenwolken am Horizont auf. Wir lassen uns Zeit denn die Brücke öffnet erst wieder um 16.45 Uhr. Kaum haben wir abgelegt, kommt dann auch der erste Schauer, erst Regen dann Hagel.....brrrrhh. Dann schläft der Wind ein. Wir legen in Rankwitz einen Zwischenstop ein und beschliessen dann zu bleiben. Ein weiser Entschluss, denn ein Regenschauer kommt nach dem anderen und im Fischrestaurant bekommen wir ein feines Nachtessen: Spargel mit gebratenen Lachs und Salzkartoffeln......mmmmmhhhh FEIN!

Freitag, 5 Juni 2009
Seit heute Nacht bläst ein kräftiger Westwind direkt ins Hafenbecken und schaukelt uns hin und her.
Um 11.45 Uhr öffnet die Brücke. Spätestens um 10 Uhr wollen wir ablegen. Das sollte gut reichen für die 6-7 Meilen. Dann wird es es 10.15 Uhr bis wir loskommen. Wir segeln mit Fock gute 4-5 Knoten. Doch dann dreht der Wind nach SW und wir müssen den Motor zu Hilfe nehmen. 11.30 Uhr, wir sehen schon die Brücke. Auf der Schlussgeraden dreht Rasmus noch mal kräftig auf, ein Regenschauer mit Böen direkt von vorne. Kaum haben wir die rote Tonne, ca. Eine halbe Meile vor der Brücke gerundet, zieht Monika regattamässig die Fock und dann sausen wir mit > 6 Knoten als Letzte durch die Brücke.... uff, das war knapp! DANKE, Herr Brückenwärter!
Anschliessend sausen wir nur mit Fock vor dem Wind über das Stettiner Haff Richtung Osten. Um 16.00 Uhr passieren wir die Tonne „Haff“und die Grenze zu Polen.
Dann gehts den Kanal „Kaiserfahrt“ hinauf. Ab und zu ein Regenschauer. Zum ersten Mal sehen wir einen doppelten Regenbogen.
Um 19.00 Uhr machen wir Swinemünde in der Marina Polocna fest. 39 sm, davon 30 gesegelt!.
Couscous mit Ratatouille ......mmmmh Fein.
Samstag, 6 Juni 2009
Frühstück in der Sonne. Dann wandern wir den Hafen entlang in die Stadt, um Geld zu wechseln und ein paar Sachen einzukaufen. Alfred steckt seine Karte in den Bancomat. Der schluckt sie und weg ist sie. „Your card has been retained“ Da hilft das Drücken aller Tasten nichts, er gibt sie nicht mehr raus. Ich notiere mir die Servicetelefonnummer und die nette Frau von der Touristeninformation ruft für mich an. Wie bekomme ich meine Karte zurück? Das ist gar nicht so einfach. „First you have to contact your bank in Switzerland, then...“ Ob ich sie je zurückbekommen habe, erfahrt ihr dann in der nächsten Ausgabe des Blogs. Auf jeden Fall müssen wir bis Montag warten, was wir sowieso müssen, weil für heute und morgen mal wieder Starkwind 5-6 Bft aus NO angesagt ist.
Am Nachmittag wandern wir durch den Stadtpark zum Ostseestrand. Auf der Strandpromenade ist schwer was los. Unzählige kleine Läden und Imbissbuden bieten alles an was Kinder, Mama, Papa, Oma, Opa kaufen oder verzehren wollen. Auf den Bänken sonnen sich hauptsächlich ältere Semster und schauen den Passanten zu. Wir kaufen eine Waffel, dick mit Schlagsahne, Erbeeren etc. Garniert, und suchen auch eine Bank, um unsere Waffeln in Ruhe zu verzehren... lange vergeblich! Als dann eine frei wird, rennen wir los und besetzen sie.
Alfred packt seinen Laptop aus und, siehe da ,es stimmt, die ganze Promenade hat freien Internetzugang.
Zum Abendessen holen wir in der Beiz im Hafen 3 Portionen Pirogi (polnische Maultaschen), machen dazu einen Salat und öffnen die letzte Flasche Wein ... mmmmmhh-fein!
Sonntag, 7. Juni 2009
Kalt, nass, eng.... am schönsten ist’s im Schlafsack.
Anschliessend macht sich Alfred an den Blog und Monika wandert mit Dixi durch den Park zum Ostseestrand für Hunde.
Abendessen im Albakora Restaurant: Zanderfilet mit Pommes und Salat .....mmmmh-FEIN!

Sonntag, 31. Mai 2009


Klabautermann,
Klabauterfrau,
Klabauterhund,
sind inzwischen in Stralsund.


Sonntag, 24. Mai, 2009
Um 9 Uhr heisst es Leinen los. „Südliche Winde um 3 Bft,. am Nachmittag abflauend“sind vorhergesagt. Gegen Mittag schläft der Wind ein, also Motor an. Als wir so dahintuckern, taucht plötzlich Flipper neben dem Boot auf, dann noch einer und noch einer. Mindestens ein halbes Dutzend Delfine begleiten uns eine halbe Stunde lang. Gibt’s denn Delfine in der Ostsee? Bei der nächsten Gelegenheit googeln wir und lesen, dass Delfine inder Ostsee eher seltene Gäste sind..“In der Ostsee sind (im Sept. 2007) zwischen der Halbinsel Darß und der Insel Hiddensee erstmals seit mehreren Jahren Delfine beobachtet worden. Forscher zeigten sich überrascht - sie vermuten einen Zusammenhang mit der Erderwärmung“. Gehören wir nun zu den Glücklichen, die Delfine in der Ostsee gesichtet haben? Des Rätsels Lösung finden wir eine Woche später, beim Besuch des Ozeaneums in Stralsund....
Wir überqueren eine Hauptverkehrsroute. Kaum zeigt sich ein Dampfer am Horizont sorgt das für Aufregung: „Aaalfred, der konnt direkt uf is zu, was mus i mache?“
Als wir Darsser Ort (der Hafen ist leider geschlossen) passiert haben, kommt etwas Wind auf. Wir segeln ein paar Meilen mit 3-4 Knoten. Doch dann dreht er auf Ost, genau dort wo wir hin wollen und wir müssen wieder motoren. 25 Meilen immer der Küste entlang, endlos....
Da setzt plötzlich wieder der Motor aus. Nein nur das nicht! Alfred versucht wieder mit dem Benzinfilter: ausbauen, durchblasen, einbauen....starten.... nach mehreren Versuchen tuckert er wieder... Vodoo, Vodoo. Jeden Tag ein Abenteuer! Das war’s dann wohl? Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Um 8 Uhr nähern wir uns Barhöft. Wir halten uns peinlich genau an die Navigationsanweisungen. Denn „festgekommeneYachten sind keine Seltenheit“..... und dann sitzen wir wieder fest. Wie’s dazu kam, wollen wir hier nicht im Detail untersuchen. Wir probieren rückwärts mit Motor, Baum ausfahren und krängen... keine Chance.
Zum Glück ist in Barhöft der Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ stationiert. Und siehe da, plötzlich kommt aus dem Bauch der „Theo Fischer“ ein Rettungsboot .... halleluja, das Glück ist mit den Dummen! Zuerst reichen sie uns ein rotes Mäppchen, mit einem Formular, das wir unterschreiben müssen – die Retter haften nicht für allfällige Schäden! Dann geht’s ruckzuck, wir sind frei.... Danke! Was sind wir schuldig? – Das kostet, nichts! Wir bedanken uns, als wir im Hafen sind mit einer Flasche Wein.
Um 9.30 Uhr machen wir in Barhöft fest. 12 Stunden, 47 sm, davon 43 sm mit Motor. Nach dem Nachessen (Gschwellti mit Käse) sinken wir erschöpft in die Kojen.
Montag, 25. Mai, 2009
Endlich mal wieder ein Tag ohne Abenteur!
Beim gemütliches Frühstück, mit frischen Brötschen, Heidelbeermuffins, mmmmhhh.. beschliessen wir eine Woche in Rügen zu verbringen. Der freundliche Hafenmeister – hat auch ein Folkeboot, mit dem er am Mittwoch in Stralsund Regatta segelt – gibt uns ein paar Tipps, „wo’s am schönsten ist“. Ein Muss ist Hiddensee! So nehmen wir Kurs auf Neuendorf, 12 sm entfernt. Der Himmel am Morgen noch grau, am Mittag aber strahlend blau. Eine leichte Brise, Segeln vom Feinsten!
In Hiddensee angekommen, mieten wir uns beim Hafenmeister Fahrräder und erkunden die Insel. Hiddensee ist autofrei, alle sind mit dem Velo unterwegs, oder zu Fuss. Wir sind nicht die Einzigen, wie das wohl in der Hauptsaison hier zu geht. Wunderschöne Heidelandschaft, wechselt mit Magerwiesen, Föhrenwälder, ein Schäfer mit einer Schafherde. Schnuckelige weiss getünchte Häuser mit reetgedeckten Walmdächern. Wir sind begeistert. Wir radeln 10 km bis zum Leuchtturm auf dem Dornbusch, zum nördlichen Ende der Insel.
Auf dem Rückweg machen wir Halt in einem Gartenrestaurant und essen feinen Fisch. Hundemüde (inclusive Dixi nach 20 km neben dem Velo rennen) sinken wir in die Koje. Ein toller Tag!!!

Dienstag, 26 Mai, 2009
Eine frische Brise aus OSO. Wir nehmen Kurs auf Breege. Tagesereignisse? Nichts besonderes, ausser dass beim Ablegen sich ein Festmacher um die Schraube wickelt, kein Problem..... und im Vitter Bodden wechselt die Betonnung steuerbord sind plötzlich die grünen...fehlende Nummern...? Alfred ist verwirrt und die detaillierte Karte ist nicht zur Hand....STOPP! .... vorsichtig von einer grünen zur nächsten ....und schon sitzen wir wieder fest. Diesmal haben wir aber Glück, wir drehen uns um 180° und kommen mit Segel-Motorkraft wieder frei!!!
Beim Anlegen stottert der Motor wieder und geht aus. Aber zum Glück sind wir schon in der Box . Breege ist ein hübsches Städtchen mit einer Segelschule und einem Charterunternehmen. Wir haben ein geschütztes Plätzchen – Morgen ist wieder West Nordwest >6 Bft. angesagt. Zum Nachtessen gibt’s Räucherfisch mit Gschwellten.... mmmmhhhh FEIN!
Es ist drückend schwül und am Abend kommt dann das angekündete Gewitter, das heisst es streift uns nur.

Mittwoch, 27 Mai 2009
Es bläst kräftig, wie angekündet, aber am Abend soll der Wind abnehmen. Alfred kauft Brötchen, Apfelstrudel und anderes Süsses. Wir mieten Velos und radeln der Küste entlang zum Kap Arkona dem Nordkap Deuschlands. Am Morgen ist der Himmel noch grau, inzwischen wieder strahlend blau. Riesige gelbe Rapsfelder, grüne Gerstenfelder, herrliche Ausblicke auf die Ostssee. Wir besteigen den neuen Leuchtturm, toller Blick auf die Ostsee und Rügen. Der alte Leuchtturm ist Standesamt, die Paare sind davor auf Steinplatten verewigt.... Wir sind trotz Vorsaison nicht allein. Scharen von Touristen.
Wieder zrück in Breege stärken wir uns erst mal mit Leberwurstbrot und dem Rest Räucherfisch. Der Wind hat nachgelassen. Alfred will los. Immer noch zuviel Wind findet Monika…. Kompromis: erst mal nur mit Fock, und im Gross binden wir vorsorglich ein Reff ein.
Der Wind lässt weiter nach. Wir setzen das Gross und sausen dann mit 6 – 7 Knoten unserm Ziel Ralswiek, am SO Ende des Jasmunder Boddens gelegen, entgegen. Nach 10 sm und 2 ½ Stunden später machen wir in Ralswiek fest. Ralswiek ist ein weiterer Tipp des Hafenmeisters von Barhöft. Schöne Landschaft und im Juni – Juli Schauplatz der bekannten Störtebeker Festspiele, die jedes Jahr mehrere hunderttausend Besucher anziehen.

Donnerstag, 28 Mai 2009
Es bläst kräftig > 5-6 aus Nordwest, Nord. Heute ist ein klarer Hafentag. Ausschlafen, eine Wanderung, ins 9 km entfernte Bergen, brechen wir wieder ab... der Weg führt immer entlang der Hauptstrasse. Kaffee und Kuchen auf der Terasse des Schlosshotels, freier Internetzugang. Alfred studiert die Windvorhersage. Heute Nacht soll der Wind nochmal zulegen > 6Bft und morgen im Lauf des Tages auf NO drehen und nachlassen. Das wäre der ideale Wind, um wieder hier rauszukommen.
Zum Znacht gibt’s mal wieder feinen Bärlauchpesto.

Freitag, 29 Mai 2009
Gestern Abend war es noch windstill. Aber um 2 Uhr setzt ein Nordwind ein, der uns um unsere Hilde bangen lässt .... hoffentlich halten die Festmacher! Das Schiff schaukelt und die Wellen schlagen gegen’s Schiff. An Schlaf ist da nicht zu denken.
Gegen Mittag lässt der Wind etwas nach. Wir machen uns startklar. Sprayhood, Schwerwetteruniform, Schwimmwesten mit Lifelines sowieso.... dann dampfen wir unter Motor gegenan hinaus in die immer noch „wogende See“. Der Motor gluckst und stottert jedes Mal, wenn eine Welle das Heck aus dem Wasser hebt und.... fällt wieder aus, d.h. läuft nur noch mit Standgas. Zum Glück hat Monika schon die Fock gesetzt und wir kreuzen, mühsam, mühsam,...gegenan. Nachdem dann aber das Gross (gerefft) auch gesetzt ist, geht’s schon viel besser. Der Wind lässt etwas nach und dreht auf Nordost und nach ein paar Meilen Kreuzen saussen wir bald mit halbem und achterlichen Ziel an Breege vorbei und dann mit Kurs West, später Süd Richtung Stralsund. Segeln vom Feinsten! Die Einfahrt nach Strasund ist spektakulär. Zuerst sieht man am Horizont nur die Silhouetten der Kirchen. Wir segeln bis kurz vor den Hafen und machen dann in der City Marina direkt vor der Altstadt fest. 34 sm in 7 ½ Stunden. Im Klabautermann bekommen wir dann noch etwas zu Essen, eine Riesenportion Zanderfilet mit Petersiliekartoffeln....Herz was begehrst du mehr. Pappsatt und glücklich sinken wir in die Kojen und schlafen wie die Murmeltiere.

Samstag, 30 Mai 2009
Happy Birthday Monika.
Zuerst gibt’s ein feines Frühstück. Dann steht aber ganz oben auf der To Do Liste der Motor. Wir haben Glück. Gerade als Alfred sich auf den Weg in die Werkstatt machen will entdeckt er einen Werkstattwagen. Der Monteur ist so nett und schaut sich den „Patienten“ an und nimmt ihn mit in die Werkstatt. Dort wird der Vergaser auseinandergebaut und bald haben wir auch die Diagnose: „Wasser im Vergaser“. Um 12 Uhr ist er wieder eingebaut und läuft wieder, wie am Schnürchen. Da muss ich dem Mann von Marine-Motoren-Service Olaf Nehmzow hier noch ein Kränzlein winden. Wo bekommt man so einen Service, am Pfingstsamstag kurz vor „Ladenschluss“? Und am Nachmittag will der Gute noch 500 km mit seiner Familie nach Leipzig fahren.
So können wir uns jetzt sorgenfrei an die Entdeckung Stralsunds machen. Wir sind total begeistert über Stralsunds wunderschöne Altstadt, übrigens ein UNESCO Weltkulturerbe. Nach einem Einkaufsbummel, natürlich auch in einen Buchladen für Monikas Geburtstagsgeschenk machen wir einen historischen Bummel „Wege zur Backsteingotik“. St. Johanniskloster, Rathaus, St. Nikolaikirche, Giebel-, Dielen- und Scheelehaus etc., einfach schön.
Wieder zurück an Bord, gibt’s Geburtstagsapéro: Rotkäppchensekt am Grunde des Hafenbeckens gekühlt.
Anschliessend gehen wir zu einem opulenten Geburtstagsessen zum Griechen. Nach der Flasche Sekt und der Packung Salzbretzeln sind wir schon nach der Vorspeise satt und dann kommt noch eine Riesenportion Hauptmenu.... pappsatt geht’s dann ab in die Koje.

Sonntag, 31. Mai 2009
Weiterhin strahlend schönes Wetter. Alfred macht sich an die Aktualisierung des Blogs. Der Hafen hat einen Internet Hotspot. Für 7 Euro hat man 24 Stunden Internetzugang. Monika macht unterdessen mit Dixi einen Spaziergang um die Altstadt und wandert entlang von Mietskasernen mit 100ten Metern Wäscheleinen zwischen den Häusern, lange Reihen nur Autogaragen, ein Friedhof im Park.
Am Nachmittag besuchen wir das Ozeaneum und dort erfahren wir des Rätsels Lösung: unsere „Delfine“ waren keine Delfine sondern Schweinswale –statt Flipper & Co haben wir also Schweini & Co. gesehen.