Mittwoch, 19. August 2009

Schärensommer Teil 2

Sonntag, 9. August
Immer noch Hoch. Sonne, blauer Himmel, eine leichte Seebrise aus SO.
Wir segeln den ganzen Weg (34 sm). Das ist alles andere als langweilig. Navigation in den Schären heisst aufpassen... sonst bumst es..
Abends um 6 Uhr sind wir am Ziel. Risö – Östalecksklabben. Beim Anlegen sagt Monika zu leise „stop“ und Hilde bumst leicht an den Felsen. Aber der Kratzer ist schnell wieder mit Sandpapier und Lack beseitigt.


Montag, 10 August
Wetter & Wind +/- ditto. Weiterhin SO Wind. Wir kommen gut voran. Am Schluss müssen wir kreuzen. Das bringt Monika mit der Navigation ins Schwitzen. Wir wetten wann wir den Waypoint erreichen. Alfred sagt 18.00 Uhr, Monika 18.30 Uhr. Der Gewinner soll den „Schlüssel zum Weinkeller“ bekommen. Der Wind lässt nach und kommt dann plötzlich kräftig von vorn aus SW. Wir motoren den Rest. Punkt 18.15 Uhr sind wir am Waypoint. Untentschieden.
Wir machen fest. Der Platz ist nicht optimal, nicht windgeschützt. Wir parkieren noch mal um. Der neue Platz ist perfekt.
Alfred grilliert Würstchen. Dazu gibts wieder Gschwellti & Salat.


Dienstag, 11. August
Morgenbad, Frühstück..... Das schöne Wetter hält immer noch an.
Während sich Alfred von den deutschen Nachbarn noch den aktuellen Wetterbericht und Tipps für schöne Naturhäfen holt, sammelt Monika noch 2 Toni-Gläser Preiselbeeren.

Wieder schönes Schärensegeln mit einer leichten Brise aus West. Wir nutzen den guten Wind und legen eine grössere Etappe zurück (31sm). Der Tipp von unsern Nachbarn ist gut. Stora Vippholmen ist eine superschöne Bucht, von allen Seiten geschützt.
Kaum haben wir festgemacht, springen wir ins Wasser. Dann sammeln wir wieder reife, rotePreiselbeeren..
Nach dem Nachtessen (Spaghetti con Pommodore, Aglio & Speck und einer Flache Vino Tinto...mmmmmhh FEIN!!) ist Monika schon wieder zu müde zum Lesen.


Mittwoch, 12. August
Heute kommen wir erst um 11 Uhr los (Alfred muss noch mal in die Heidelbeeren).
Wind aus West, 3-4 Bft. Knifflige Navigation durch einen Slalom von roten und grünen Stangen. Ein Gewitter im Anzug. Wir nehmen vorsichtshalber das Grosssegel runter. Aber das Gewitter zieht ohne Böen vorbei.
Kurz vor dem Anlegen, Verwirrung im Stangenwald.... wir bergen die Segel... Monika fällt mit einem Bein ins Wasser....
Wir machen in Solbergnäset .fest. Wir sind wieder auf dem Festland, in der Ferne hören wir Autos.
Wieder Preisel- und Heidelbeeren: Soviele, wie das Herz begehrt..
Es wird kühl. 17°. Ab in den Schlafsack.


Donnerstag, 13 August
Sonne, schöne tiefe Wolken, eine schwache Brise aus SO. Wir müssen erst mal motoren. Als wir in den Kalmarsund erreichen, setzen wir Segel. Der Wind dreht auf SW und nimmt zu. Wir nehmen Kurs auf Borgholm auf Öland. Dunkle Wolken mit Regenschauer ziehen vom Festland seewärts. Wir bleiben wieder verschont und kommen trocken im Hafen von Borgholm an. Der Hafen ist fast leer. Nur 2 Dutzend Boote, fast alles Deutsche auf der Heimreise.
Während Alfred Einkaufen geht, füllt Monika 2 Waschmaschinen und geht mit Dixi spazieren. Vorbei an schönen Villen ins Naturreservat, wo um diese Zeit ganz Borgholm die Hunde ausführt.
Der Wind soll heute Nacht nochmal kräftig zunehmen und Morgen weniger stark aus NW kommen. Wir wollen den günstigen Wind nutzen und planen für Morgen eine längere Etappe(45 sm), an Kalmar vorbei, nach Kristianopel.


Freitag, 14 August
Die ganze Nacht hat der Wind in den Wanten gepfiffen. Heute früh hat es immer noch weisse Schaumkronen. Ob der Wetterbericht wohl stimmt?
Zuerst wird daher, nach langer Zeit, mal wieder ausgiebig warm geduscht und gefrühstückt. Der Wind lässt dann tatsächlich nach.
Leinen los und Kurs Kristianopel. Wir kommen gut voran. Segeln unter der Brücke hindurch an Kalmar vorbei.
Blauer Himmel. Am Nachmittag ziehen wieder, wie schon gestern, dunkle Wolken über dem Festland auf. „Wird schon gut gehen, sonst werden wir halt nass“, hoffen wir und beobachten, wie die Wolken immer dunkler werden. Doch als dann der Wind plötzlich zunimmt ist uns nicht mehr wohl „Zuerst die Sprayhood, dann’s Gross runter!“ Dann geht alles sehr schnell. Die See, erst schwarz wird plötzlich weiss. Die Sprayhood klemmt, dann das Grossfall auswickeln..... wir werden ein paar Mal flachgelegt... aber dann ist das Gross endlich unten.
Nach einer halben Stunde ist der Spuck wieder vorbei. Später erfahren wir, dass der Wetterbericht vor Schauerböen der Stärke 7 Bft gewarnt hat.
Wir setzen wieder das Gross und segeln friedlich unserm Ziel entgegen.
Kristianopel, eine von den Dänen im 17 Jahrhundert gebaute Festung ist heute eine Sommeridylle. Der Hafen ist fest in Deutscher Hand, alle auf dem Weg Richtung Heimat.

Samstag, 15. August
Heute Morgen ist der Hafen fast leer. Die Deutschen sind heute Nacht ausgeflogen. Wir studieren den Wetterbericht. Heute Vormittag ist noch Flaute angesagt. Ab Mittag soll der Wind dann auf SW drehen und kräftig zunehmen. Bis Dienstag ist dann Starkwind aus SW-W angesagt. Wir wären ja gerne noch einen Tag geblieben, aber bei diesen Aussichten lässt es sich wohl besser in Karlskrona auf besseren Wind warten.
Wir tuckern mit Motor Kurs Utlängan an der SW-Ecke des Kalmarsunds. Anfangs ist die See noch spiegelglatt, doch dann nimmt der Wind, wie vorhergesagt, langsam zu. Nachdem wir Utlängan gerundet haben setzen wir Segel und fahren durch die südlichen Schären Richtung Karlskrona. Bei Nieselregen kommen wir in Karlskrona an. Der Hafen Tallebrygan ist voll besetzt, irgendein Segelanlass. Wir finden dann in der hinteren Ecke des Hafens ein Plätzchen, längseits am Steg und gut geschützt im Windschatten von 2 grossen Motorbooten.
Im Hafen herrscht Hochbetrieb. Gleich gegenüber auf einem Motorboot geht eine wilde und lautstarke Party ab. Um 11 Uhr ist Schluss, erfahren wir am nächsten Tag, sonst kommt die Polizei. Wir schlafen aber schon vorher tief und fest, bevor die Party ein Ende findet.


Sonntag, 16. August
Hafentag: Ausschlafen. Gemütlich Frühstücken. Alfred aktualisiert den Blog und Monika macht sich mit Dixi auf, die Stadt und Umgebung zu entdecken. Der Nachbar vom Motorboot, der uns gestern schon geduldig im Regen geholfen hat festzumachen, fragt, ob er uns ein paar schöne Plätzchen für unsere Weiterreise nennen soll. Er empfiehlt u.a. Tjarö und Hanö.


Montag, 17. August

Wir kaufen ein und füllen unseren Weinkeller. 15 Flaschen!! Wein gibt’s nur in den Systembolagets, staatliche Unternehmen, mit dem Monopol für Alkoholika mit mehr als 3,5%. Wer weiss, wann wir wieder einen Weinladen finden.
Dann beschliessen wir, trotz Starkwind, einen Tapetenwechsel. Vielleicht schaffen wir’s mit Motor bis Roneby, ein kleiner hafen ca 15 Meilen westlich von Karlskrona. Doch kaum sind wir aus der geschützten Bucht heraus merken woher der Wind pfeift. Wir machen gerade noch 2 Knoten gegenan. Da kommen wir vor Mitternacht nicht nach Roneby. Wir nehmen Kurs auf Trontö. Ein kleiner Naturhafen, mit einem Bootssteg, betrieben von einem lokalen „Navigations & Segelclub. 4 Schwedische Boote liegen hier, sonst niemand. Toiletten mit einem Blumensträusli in der Vase, eine grosse Grillanlage mit einem grossen Vorrat mit Holzscheiten, ein Badesteg. Superschön. Serendipity Faktor 10!
Beim Grillieren erfahren wir von unsern Nachbarn, dass die Brücke, die wir auf dem Weg nach Roneby hätten passieren müssen, von 9-18 Uhr wegen Reparatur geschlossen ist. Glück gehabt.


Dienstag, 18. August
Weiterhin Starkwind. Wir bleiben einen weiteren Tag. Lesen. Baden – 16° brrrr! Alfred aktualisiert den Blog. Unser Nachbar vom Motorboot bringt uns den aktuellen Wetterbericht – ausgedruckt!!
Zum Abendessen gibt es, Première in unserm Menuplan, Lauchspaghetti à la Annemarie ....mmmmmh-FEIN!!


Mittwoch, 19. August

Blauer Himmel. 14°. Der Wind hat über Nacht aufgehört. Flaute. Zuviel Wind oder zuwenig. Irgendwas scheint bei der Feinregulierung nicht zu sstimmen.
Wir machen einen Frühsstart, damit wir noch rechtzeitig unter der Brücke durchkommen und motoren nach Hanö.
Wunderschöne Insel. Idyllischer Hafen, inclusive Internet. So können wir einen weiteren Blog in den Äther schicken.