Samstag, 5. September 2009

"La vie est dure sans confiture!"


Donnerstag, 20. August

Frühstart. Wir wollen den SO – Wind für eine längere Etappe, nämlich nach Simrisham (ca. 40sm) nutzen. Sonne, blauer Himmel und eine frische Brise aus SO. Der Wetterbericht hat SO 7-9 m/s, also 4-5Bft, vorhergesagt.
Alfred wundert sich noch warum 2 dänische Segler mit einem Holzboot, etwas grösser als die Hilde ein Reff einbinden. „Soviel Wind hat’s ja nun auch nicht!“ Denkste! Wir sollen bald eines Besseren belehrt werden....
Wir setzen die Segel und nehmen Kurs auf Simrisham. Der Wind geht ja noch, aber die Wellen! Das sind ja bald „polnische Wellen“!!! Wir sausen mit über 6 Knoten.
Wind und Wellen nehmen zu. „Hätten wir nur gerefft!“ Monika wird seekrank ...sie will nicht mehr...will nach Hause.
Schliesslich drehen wir bei und reffen. Die Hilde liegt jetzt nicht mehr so schief und läuft wieder schneller.
Nach ca. 7 Stunden sind wir vor Simrisham. Monika studiert den Hafenführerund liest. „....bei auflandigem Sturm muss man vor dem Hafen mit schweren Grundseen rechnen, so dass ein Ein- und Auslaufen unmöglich ist...“. Na ja Sturm haben ja noch nicht, aber die Wellen sind schon verdammt hoch.... Wenn wir nur erst mal die Hafeneinfahrt ausgemacht hätten... wir suchen nach den roten und grünen Tonnen vor der Einfahrt. Da kommt uns der Zufall und ein anderer Segler zur Hilfe, der mit Grosssegel die Einfahrt ansteuert ... wir fahren im Kielwasser hinterher...mit Gross – zum Glück – mit Motor wären wir da nie rein gekommen! Geschafft! Kaum haben wir die Hafenmole passiert, wird es ruhiger... im Fischereihafen gibt’s dann genügend Platz, um das Gross zu bergen.
„Ein Höllenritt!“, meint Monika und vergisst vor lauter Aufregung oder Erleichterung über die geglückte Einfahrt die Fender. Kleiner Kratzer, wird aber sofort behandelt und wieder überpinselt.
ps.: ein Nachbar im Yachthafen: „.... wir haben Sie Gestern reinkommen gesehen... was von Hanö? ....eine tolle Leistung .... wir haben wieder umgedreht...“ - Wenn der wüsste, wie ab und zu die Borddynamik bei uns war!!



Freitag, 21. August
Heute Morgen müssen wir uns erst mal von unserm „Höllenritt“ erholen. Einkaufen. Alfred geht zum Frisör, direkt am Hafen.
Wind: Flaute, ab Nachmittag etwas Westwind. Wir planen eine kurze Etappe nach Skillinge und nachdem es anfangs ganz gut läuft motoren wir trotz Nieselregen weiter, runden das Kap Horn des Nordens und laufen Kaseberga an. Ein kleiner Fischerhafen. Riecht nach Moder und Seetang. Nur 3 Schiffe.
Kaseberga ist ein beliebter Ausflugsort. Grosser Parkplatz, ein Fischrestaurant, eine Fischräucherei mit Laden, eine Biobäckerei. Die touristische Attraktion auf dem Hügel ist „Ales Stene“, so eine Art „Schwedisches Stonehenge“, eine Steinlegung der Wikinger, in der Form eines Bootes. Da hat Obelix viel zu tun gehabt, bis er all die Hinkelsteine hier rauf geschleppt hat. Monika trainiert mit Dixi Slalom durch die Steine.
Fritz vom Nachbarschiff gibt, bei einem Glas Rotwein, noch ein paar gute Tipps für die weitere Reise „obenrum“ durchs Dänische Smalandsfahrwasser.



Samstag, 22 August
Schönes Wetter. Wir gehen nochmal auf den „Ales Stene“-Hügel und geniessen die herrliche Aussicht auf die Ostsee und die schwedische Südküste bis Ystad.
In einer Mulde, gut windgeschützt, liegt das hübsche Dorf Kaseberga. Wieder zurück am Hafen füllt sich langsam der Parkplatz. Auto nach Auto rollt an. Alfred geht Räucherfisch kaufen. Das Geschäft floriert und der Verkauf ist effizient organisiert; man muss wie in Baden in der Post eine Nummer ziehen.
Eine frische Brise aus Südwest. Wir binden ein Reff ein und um 12:30 Uhr nehmen wir Kurs auf Abbekas. Alfred macht eine Bilderserie. Monika beim Segelsetzen. Monika versucht sich gut in Pose zu setzen und vergisst darüber den Hebel des Fockfalls nach unten zu klappen. Später lässt eine Welle plötzlich den Baum aufs Boot knallen. Wir blicken uns verdutzt an: „Was ist den das schon wieder?“ Zum Glück stimmt Monika’s Diagnose „Mastspitze gebrochen“ nicht. Es ist nur die Reffleine, die sich aus der Klampe gelöst hat.
In Abbekas angekommen, begrüsst uns schon Karl-Heinz, ein 76-jähriger Einhandsegler aus Hamburg, den wir schon in Kristianopel und Simrisham getroffen haben. Neben ihm ist noch ein Platz frei. Für Unterhaltung ist gesorgt. Spruch des Tages (Karl-Heinz): „ Wenn die Folkeboote nicht mehr rausgehen, dann bleiben wir andern auch lieber im Hafen“.



Sonntag, 23. August
Blauer Himmel. Kühl. Um 8 Uhr 13°C. Leichte Brise aus Süd. Sonntagssegeln. „So gefällt’s mir“, meint Monika. Wir segeln 20 sm nach Gislövsläge, dem Yachthafen Trelleborgs. Von hier aus wollen wir Morgen den Sprung nach Dänemark wagen.


Montag, 24. August
Der Wind hat über Nacht nach SO gedreht. Leichte 4 Bft. Sonne. Blauer Himmel. Das passt ja bestens.
7.30 Uhr Frühstart. Dann Fehlstart. Wir setzen das Gross im Hafen. Gleichzeitig noch ein anderes Boot.... der Platz wird knapp....alles geht zu langsam, und dann plötzlich zu schnell.... das Gross füllt sich und wir sausen Volldampf auf die Hafenmauer. Es kracht, Hildes Nase ist böse lädiert.... Sch....!!! Das war keine Meisterleistung!!

Mit dem Schreck noch in den Knochen setzen wir die Segel und nehmen Kurs auf die Ansteuerungstonne im Boegestromsund vor Mön. 33 sm, laut GPS. Zum Glück bestätigt sich Murphy’s Law heute nicht. Der Wind ist gerade richtig und die Welle ist auch ok.
Wir machen gute Fahrt und erreichen um ½ 3 Uhr die Ansteuerungstonne. Von hier an geht es in einer betonnten Fahrrinne weitere 10 sm im Zickzackkurs nach Nyord, eine kleine Insel, mit der Insel Mön durch eine Brücke verbunden.
Der Wind hat zugenommen. Wir wollen das Schicksal nicht herausfordern und nehmen das Gross runter. Nur mit Fock sausen wir mit 5 Knoten durch die Fahrrinne. Der Wind nimmt weiter zu und fegt weisse Schaumkronen übers Wasser. Die letzten 1-2 Meilen müssen wir gegenan motoren. Wir kommen nur mit Mühe voran, und brauchen für die kurze Strecke eine gute Stunde. Dann fahren wir mit Volldampf durch eine schmale Einfahrt in das kleine Hafenbecken. Uff- wiedermal geschafft!



Dienstag, 25. August

Heute lassen wir’s ruhig angehen. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf, die Insel zu erkunden. Im Westen erstrecken sich, soweit das Auge reicht, grosse Stoppelfelder, auf dem Hügel (15 m hoch) liegt malerisch das kleine Dorf. Im Osten hat es ausgedehnte Marschwiesen, ein Natur-und Vogelschutzgebiet, das nicht betreten werden darf.
Auf den Stromleitungen sammeln sich Stare und Schwalben, wie wir, für die Reise nach Süden.
Kurz nach 11 Uhr legen wir ab. Wir wollen nach Steege, den Hauptort Möns. Eine kurze Etappe, gerade mal 5 sm. Aber wie das so ist mit den „kurzen Etappen“ haben wir ja schon erfahren. Auch heute gibt’s wieder Bonusmeilen.....
Kaum haben wir im Steeger Yachthafen festgemacht, wollen wir los .... Geld tauschen, einkaufen, Velo mieten, ..... Vorher noch das Zelt drüber, man weiss ja nie, ob’s doch noch regnet! Aber wo ist denn die Persenning? Sch.... Monika wollte sie auf der Mole zusammenlegen und hat sie dort vergessen..... Da bleibt uns nichts anderes übrig, wieder 5 sm zurück...
Schlussendlich ist alles nicht so tragisch. Es sieht nach Regen aus. Wir gehen Einkaufen. Die Fahrradtour verschieben wir auf Morgen. Ausserdem ist für Morgen Westwind angesagt, da bleiben wir lieber noch einen Tag.


Mittwoch, 26. August
Wir mieten Velos und machen eine kleine Velotour um das Nor von Steege. Zu den berühmten Kreidefelsen im Osten ist es uns zu weit.
Abgeerntete Weizenfelder, Zuckerübenfelder, soweit das Auge reicht. Es riecht nach Herbst. In Keldby besichtigen wir die Kirche. Pastellfarbige Malereien an den Decke. Die Gräber auf dem Friedhof sind fast alle mit kunstvoll getrimmten Tuyahecken umgeben. Einige Grabsteine sind schon mehr als 50 Jahre alt, man hat hier wohl noch viel Platz..... Hinter dem Friedhof ein Golfplatz.
Rast am Nor auf einem Bänkchen, schöner Blick auf Steege inclusive. Gleich daneben Brombeeren. Im Nu haben wir eine Bierdose voll gesammelt.
Wieder zurück nach Steege, durch das Areal der stillgelegten Zuckerrübenfabrik. Die Absetzbecken sind Naturschutzgebiet, menschengemachte Biotope.. Noch mehr Brombeeren... leider haben wir die Toni-Gläser vergessen. Aber Alfred gibt nicht auf und kommt nochmal zurück.
Das Fabrikareal soll umgenutzt werden. Am Hafen hat man schicke Wohnungen gebaut, in bester Lage mit unverbaubarer Aussicht auf Steege und das Wasser.


Donnerstag, 27. August
Das Warten hat sich gelohnt. Südwind (3-4Bft). Der richtige Wind, um ein Stück weiter durch das Smalandsfahrwasser nach Westen zu kommen. Wir sausen mit 5-6 Knoten. Wiedermal Segeln vom Feinsten. Zuerst müssen wir uns noch an das betonnte Fahrwasser halten, doch nachdem wir die grosse Brücke zwischen Falster und Masnedo passiert haben können wir wieder frei segeln.
Wir überlegen, ob wir bis zur Insel Omo durchsegeln sollen. Doch als der Wind dann nachlässt, nehmen wir Kurs auf Vejro.
Karl-Heinz aus HH ist schon da, als wir in Vejro einlaufen. Der Hafen ist neu ausgebaut und hat eine Kapazität von 150 Booten. Aber heute ist er fast leer. Wir zählen 5 Boote.
Die Insel gehört einem dänischen Millardär. Neben dem Kaufpreis (32 Mio Kronen) hat er keine Kosten gescheut, um den Besuchern etwas zu bieten: Tennisplatz, Kinderspielplatz, Fasanenjagd, Ökolandwirtschaft, .... im Edelökoladen kaufen wir Würstchen zum Grillen. Auf der Hafenmole stehen mindestens ein Dutzend Grills, das Holz schön aufgeschichtet....alles parat, man braucht es nur noch Anzuzünden..... nein braucht man nicht, das macht der Hafenmeister, mit einem Gasbrenner. So ein De-Luxe Service kostet dann auch. 35 Euro, rund das Doppelte, was man sonst so bezahlt. Eine profitable Geldanlage ist es aber trotzdem nicht. Laut Hafenmeister, hat es an den schönsten Sommertagen nie mehr als 40-50 Boote im Hafen gehabt. Die Insel bleibt ein Milliardärshobby.
Ah ja, noch was: Brombeeren gibt’s auf Vejro in Hülle und Fülle. Karl-Heinz erzählt, dass sie von Deutschen Seglern angesteuert wird, damit ihre Frauen Brombeerkonfiture kochen können.


Freitag, 28. August
Der Wetterbericht sagt für heute Morgen anfangs noch leichteb Südwind voraus. Gegen Mittag soll er auf SW drehen und kräftig zunehmen. Samstag und Sonntag soll’s Starkwind aus West geben. Schweren Herzens lassen wir daher Brombeeren Brombeeren sein und machen einen Frühstart. Vielleicht schaffen wir’s ja noch über den Grossen Belt, bevor Rasmus wieder aufdreht.
Es reicht dann nicht. Gerade als wir nördlich von Omo sind dreht der Wind und nimmt binnen Minuten kräftig zu. Wir beschliessen Omo anzulaufen und hier abzuwettern. Eine gute Idee. Omo ist wirklich ein schönes Plätzchen.


Samstag, 29. August
Omo ist eine kleine Insel, rund viereinhalb Quadratkilometer gross. Die rund 175 Einwohner leben zum Grossteil von der Landwirschaft und von der Fischerei. Es gibt eine Schule (bis zur 6. Klasse), einen kleinen Dorfladen, eine Kirche und alle 2 Stunden eine Fähre nach Stigsnaes.
Wir mieten Velos und erkunden die Insel: Zuerst geht’s auf den Hügel (25m) gleich neben dem Hafen, dann zum Südende (ui ui ui, da spüren wir, wie der Wind über den Belt pfeift). Auf dem Weg zurück finden wir Brombeeren, grosse, reife, süsse, später noch gelbe Mirabellen. Wieder zurück kochen wir Konfi, bis der Zucker fertig und alle Toni- und sonstigen leeren Gläser gefüllt sind.
Im Hafen verkauft Fischer Palle frischen Fisch. Zum Z’nacht gibt’s Risotto und Fisch....mmmhhhh FEIN!


Sonntag, 30. August 2009
Wetter ditto. Weiterhin kräftiger Westwind. Ab und zu ein Regenschauer. Alfred aktualisiert den Blog.
Monika macht mit Dixi einen Spaziergang über die Insel und bringt einen Sack Pflaumen mit. Die Konfiproduktion geht weiter.

Montag, 31. August

Der Wetterbericht sagt SW-Wind 5-10 m/s.
Wir haben genug Konfi gekocht und wollen weiter. Vorsichtshalber binden wir wieder ein Reff ein. Zum Glück.
Mit 6-7 Knoten sausen wir über den Belt. Nachdem wir Langeland gerundet haben, dreht Rasmus den Wind nochmal kräftig auf. Alles was nicht niet- und nagelfest ist kommt ins Rutschen...die Geschirrschrankschublade, die Fender, die Schranktüre... Dixi, die sonst bei jeder Lage stoisch vor ihr hin döst, findet’s nicht mehr lustig. Dann reisst wieder mal die Reffleine aus der Klampe... „Sch..!!“ Monika macht sich fluchend an die Arbeit .... nach der nächsten Wende wieder ..... nach mehreren Versuchen, finden wir die Lösung, nämlich die Reffleine um den Mast zu belegen.
Sonst läuft’s eigentlich ganz gut und wir beschliessen nach Svendborg weiterzufahren. Wir kreuzen den Lundeborg Belt, zwischen Fünen und Langeland hinunter, mal mit viel mal mit weniger Wind.
Dann haben wir’s geschafft. Der Wind lässt nach, die Sonne kommt duch. Mit einer leichten Abendbrise gleiten wir gemütlich den Svendborsund hinauf nach Svendborg. Stattliche Villen, wunderschön.
Wir machen im Nordhafen fest, mitten in der Stadt. Eine neue Anlage. Hightech, alles automatisch. Am Automat bezahlt man Hafengeld und löst eine Karte mit der man alles bezahlt: Strom, Wasser, Dusche.
Zur Krönung des Tages gibt’s Fisch & Chips von der Imbissbude.



Dienstag, 1. September
Sonne, blauer Himmel. Vielleicht der letzte Sommerttag in diesem Jahr. Dazu eine frische Brise aus SO.. Bei Kaffee & Dänischen Blätterteig-Sweeties planen wir die weitere Route.
Wir nehmen Kurs auf Aeroskoping, Hauptort der Insel Aero, und hoffen, dass wir Anfang nächster Woche wieder günstigen Wind für die Überfahrt nach Kappeln haben. Ab Donnerstag ist Sturm angesagt
Nach Aeroskoping ist es nur ein Katzensprung, gerade 15 sm. Um ½ 3 Uhr sind wir da. Badewetter!
Kurzer Bummel durch die gepflasterte Gassen.Alte Strassenlaternen, schöne 300-400 Jahre alte Stadthäuser und bunte Fachwerkhäuschen, in den Fenstern alle Art Nippes und Blumen.Wie in einem Märchenbuch.
Im Hafen steht ein weiss getünchtes Kochhaus. Es wurde vor 200 Jahren eingerichtet, weil die Brandgefahr zu gross war, wenn man an Bord der dicht aneinander liegenden Schiffe kochte. Heute dient es als Grillhäuschen.
Da ziehen auch schon dunkle Wolken am Horizont auf. Kaum sind wir beim Schiff zurück fängt’s auch an zu regnen.


Mittwoch, 2. September
Aero: Wir mieten Velos und fahren Richtung Marstal, am Südostende der Insel. Zuerst geht es hügelauf nach dem Dorf Lille Rise. Wunderschöne Aussicht auf das Meer und die kleinen Inseln. Die heute verlassene Kleininsel Lilleo liegt wie ein grünes Komma im blauen Meer nahe der Küste Aeros. Bis 1898 wohnten hier Menschen. Von Lille Rise fahren wir hinunter ins Flade Nor, ein im 19. Jahrhundert eingedämmtes Areal. Über den Damm fahren wir zum Hünengrab von Kragnaes. Dieses Monument aus der Bauernsteinzeit ist das einzig übrig gebliebene Hünengrab. Die Steine der andern Gräbern wurden zum Hausbau oder zum Bau der Mole in Marstal verwendet.
Die Schifferstadt Marstal ist eine eher nüchterne Stadt, nicht so verträumt und idyllisch wie Aeroskoping. Ihre Blütezeit hatte die Stadt vor rund 100 Jahren . Von den 5000 Einwohnern fuhr ein Drittel zur See. Mehr als 200 Dreimastschoner hatten hier ihren Heimathafen.
Nach einem feinen kleinen Imbiss, auf der Terasse eines Cafes, radeln wir wieder zurück. Zuerst ein Stück der Südküste entlang. Am Horizont sehen wir 2 Windjammer mit vollen Segeln an Aero vorbeisegeln.
Ein schöner warmer Sommerabend. Es ist fast windstill. Wir grillen im Grillhäuschen – wohl das letzte Mal in diesem Jahr.


Donnerstag, 3. September
Regenwetter. Der Hafen leert sich. Um 6 Uhr heute Abend soll der Sturm losgehen.
Wir nutzen eine Regenpause und wandern zu den Badehäusern am Vesterstrand. Die kleinen bunten Badehäuser wurden in den 1920er Jahren gebaut, ähnlich den Schrebergartenhäuschen. Hierher kamen an schönen Sommertagen die Bürger der Stadt zum Baden und zum Picknik.
Das Barometer fällt und fällt. Gespenstige Stimmung. Die Ruhe vor dem Sturm! Und dann geht’s los. Pünktlich, wie vorhergesagt.
Windböen. Dunkle Wolken jagen über den Abendhimmel. Wohl dem der im sicheren Hafen liegt.


Freitag, 4. September
Heute Morgen um 5 Uhr, als ein „call of nature“ Alfred aus dem Schlaf weckt, wundert er sich warum die Hilde so gegen die Hafenmauer gedrückt wird. Der Wind hat doch nicht gedreht, oder? Nein, aber der Wasserstand ist gesunken. Die Hilde hängt vorne fast in der Luft. Die Festmacher sind festgeklemmt. Da hilft nur abschneiden.
Später lesen wir, dass Sturm aus Südwest und West den Wasserstand um 1, 5 Meter senken kann. Die Badebucht vor dem Hafenbecken ist völlig trockengefallen. Wir liegen jetzt in Augenhöhe mit den Muscheln und müssen über die Balken auf die Hafenmauer klettern. Für Dixi ist das zu hoch. Wir müssen sie auf die Hafenmauer und zurück an Bord hiefen.
Wir laufen noch mal zum Vesterstrand mit den Badehäuschen. Im Yachthafen sitzen einige Boote auf. Auch eine deutsches Folkeboot. Der Skipper nimmmt’s gelassen....“das Wasser wird schon wieder kommen ...“. Alfred interessiert sich für die Takelage. Spruch des Tages auf die Frage, wie er refft. „ Reff gibt’s nicht. Das ist doch ein Folke. Wer refft hat Angst!!!“


Samstag, 5. September
Regenwetter mit Wolkenlücken. Der Wind hat etwas nachgelassen und bläst jetzt mit 5-6 Bft aus West. Auch das Wasser ist wieder zurück. Wir können wieder über die Hafenmauer gucken.
Für Dienstag hat der Wetterbericht einen leichten Südwind vorhergesagt. Das passt dann für die letzte Etappe nach Kappeln.