Klabautermann,
Klabauterfrau,
Klabauterhund,
sind inzwischen in Polen (Swinemünde) .
Montag, 1 Juni 2009
Heute stehen wir früh auf. Die Brücke öffnet um 8.20 Uhr. In der Marina Neuhof, ein paar Meilen den Strelasund hinunter, tanken wir und frühstücken gemütlich in der warmen Morgensonne. Ein warmer Sommertag mit einer leichten Brise aus Nord – Nordwest ist angesagt. Der Wind hält sich aber nicht an die Vorhersage und kommt aus Ost –Südost. Wir kreuzen eine Weile und ändern unser Tagesziel. Statt zur Insel Ruden nehmen wir Kurs auf Seedorf in der nordöstlichen Ecke des Greifswalder Boddens. Als der Wind dann ganz einschläft, kommt der Flautenschieber in Aktion. Der Motor tuckert munter vor sich hin.... und macht dann pötzlich tuck. ...tuc...t... – gleiches Problem, wie schon gehabt. Alfred versucht wieder die bewährte Methode, Plastickfilter ausschrauben, ausblasen.... dann noch einen Schluck Brennspiritus in den Tank, ein Tipp vom Tankwart in Neuhof – „Alkohol bindet Wasser und zieht’s dann mit raus“ und Vodoo Vodoo ......der Motor läuft wieder.
Seedorf liegt an einer fjordartig tief in das Land einschneidenden Bucht, mit Liegeplätzen auf beiden Seiten des Ufers. Wir geniessen einen wunderschönen warmen Sommerabend mit Pasta con Pesto à la Alfredo.
Dienstag, 2 Juni 2009
Weiterhin Sommerwetter. Monika macht mit Dixi einen langen Spaziergang vorbei an Rapsfeldern mit roten Mohnblumen, Margeriten und Kornblumen am Wegrand.... mit Blick auf den Bodden und weiter hinten auf die Ostssee.
Wir kaufen Räucherfisch für heute Abend und was es sonst noch braucht...
Um 11.30 Uhr legen wir ab. Wind von achtern, nicht zuviel, nicht zu wenig – Segeln vom Feinsten!
Auf der Insel Ruden, unserem heutigen Tagesziel gibt’s nichts... kein Wasser, kein Strom, nur ein Plumsklo und einen Aussichtsturm, als Messturm für Raketenprogramm der Wehrmacht gebaut, jetzt Informationszentrum für Naturschutz. Ruden ist 26 ha gross, aber nur der südliche Teil um den Hafen ist frei zugänglich.
Zu DDR Zeiten war die Insel für die Öffentlichkeit gesperrt. Eine Kaserne der NVA ist am verfallen. Die einzigen Inselbewohner sind ein Ehepaar, Naturwart und Hafenmeister, sehr freundlich, offenbar eng verbunden, machen immer alles zusammen. Die Liegeplatzgebühr kostet nur 4 Euro.
Es ist warm. Wir nehmen unser erstes freiwilliges Bad in der Ostssee. Die Wassertemperatur ist laut Badethermometer 16° ,,,,,brrrh, wir sind schnell wieder draussen.
Zum Nachtessen gibts feinen Räucherfisch und Gschwellti.
Mittwoch, 3 Juni 2009
Heute Nacht hat es kräftig geblasen und merklich abgekühlt. Laut Wetterbericht soll es die nächsten Tage richtig kalt werden, Schafskälte.
Wir legen mit Fock ab und segeln Richtung Peenemünde und später die Peene hinunter bis nach Wolgast. Dort müssen wir warten, bis die Brücke um 16.45 Uhr wieder öffnet. Wir machen einen Bummel durch die schön restaurierte Altstadt, kaufen ein und in der Bäckerei gibt’s einen Cappucino mit süssem Gebäck.
Das Tagesziel ist Krummin ein Naturhafen wunderschön in einer Schilflandschaft gelegen.
Donnerstag, 4 Juni 2009
Am Morgen ist es noch strahlend schön. Wir machen einen Spaziergang durch das schöne Dorf. Die Kirche wurde noch zu DDR Zeiten in Eigeninitiave der Einwohner restauriert.
Im Lauf des Vormittags ziehen dunkle Regenwolken am Horizont auf. Wir lassen uns Zeit denn die Brücke öffnet erst wieder um 16.45 Uhr. Kaum haben wir abgelegt, kommt dann auch der erste Schauer, erst Regen dann Hagel.....brrrrhh. Dann schläft der Wind ein. Wir legen in Rankwitz einen Zwischenstop ein und beschliessen dann zu bleiben. Ein weiser Entschluss, denn ein Regenschauer kommt nach dem anderen und im Fischrestaurant bekommen wir ein feines Nachtessen: Spargel mit gebratenen Lachs und Salzkartoffeln......mmmmmhhhh FEIN!
Freitag, 5 Juni 2009
Seit heute Nacht bläst ein kräftiger Westwind direkt ins Hafenbecken und schaukelt uns hin und her.
Um 11.45 Uhr öffnet die Brücke. Spätestens um 10 Uhr wollen wir ablegen. Das sollte gut reichen für die 6-7 Meilen. Dann wird es es 10.15 Uhr bis wir loskommen. Wir segeln mit Fock gute 4-5 Knoten. Doch dann dreht der Wind nach SW und wir müssen den Motor zu Hilfe nehmen. 11.30 Uhr, wir sehen schon die Brücke. Auf der Schlussgeraden dreht Rasmus noch mal kräftig auf, ein Regenschauer mit Böen direkt von vorne. Kaum haben wir die rote Tonne, ca. Eine halbe Meile vor der Brücke gerundet, zieht Monika regattamässig die Fock und dann sausen wir mit > 6 Knoten als Letzte durch die Brücke.... uff, das war knapp! DANKE, Herr Brückenwärter!
Anschliessend sausen wir nur mit Fock vor dem Wind über das Stettiner Haff Richtung Osten. Um 16.00 Uhr passieren wir die Tonne „Haff“und die Grenze zu Polen.
Dann gehts den Kanal „Kaiserfahrt“ hinauf. Ab und zu ein Regenschauer. Zum ersten Mal sehen wir einen doppelten Regenbogen.
Um 19.00 Uhr machen wir Swinemünde in der Marina Polocna fest. 39 sm, davon 30 gesegelt!.
Couscous mit Ratatouille ......mmmmh Fein.
Samstag, 6 Juni 2009
Frühstück in der Sonne. Dann wandern wir den Hafen entlang in die Stadt, um Geld zu wechseln und ein paar Sachen einzukaufen. Alfred steckt seine Karte in den Bancomat. Der schluckt sie und weg ist sie. „Your card has been retained“ Da hilft das Drücken aller Tasten nichts, er gibt sie nicht mehr raus. Ich notiere mir die Servicetelefonnummer und die nette Frau von der Touristeninformation ruft für mich an. Wie bekomme ich meine Karte zurück? Das ist gar nicht so einfach. „First you have to contact your bank in Switzerland, then...“ Ob ich sie je zurückbekommen habe, erfahrt ihr dann in der nächsten Ausgabe des Blogs. Auf jeden Fall müssen wir bis Montag warten, was wir sowieso müssen, weil für heute und morgen mal wieder Starkwind 5-6 Bft aus NO angesagt ist.
Am Nachmittag wandern wir durch den Stadtpark zum Ostseestrand. Auf der Strandpromenade ist schwer was los. Unzählige kleine Läden und Imbissbuden bieten alles an was Kinder, Mama, Papa, Oma, Opa kaufen oder verzehren wollen. Auf den Bänken sonnen sich hauptsächlich ältere Semster und schauen den Passanten zu. Wir kaufen eine Waffel, dick mit Schlagsahne, Erbeeren etc. Garniert, und suchen auch eine Bank, um unsere Waffeln in Ruhe zu verzehren... lange vergeblich! Als dann eine frei wird, rennen wir los und besetzen sie.
Alfred packt seinen Laptop aus und, siehe da ,es stimmt, die ganze Promenade hat freien Internetzugang.
Zum Abendessen holen wir in der Beiz im Hafen 3 Portionen Pirogi (polnische Maultaschen), machen dazu einen Salat und öffnen die letzte Flasche Wein ... mmmmmhh-fein!
Sonntag, 7. Juni 2009
Kalt, nass, eng.... am schönsten ist’s im Schlafsack.
Anschliessend macht sich Alfred an den Blog und Monika wandert mit Dixi durch den Park zum Ostseestrand für Hunde.
Abendessen im Albakora Restaurant: Zanderfilet mit Pommes und Salat .....mmmmh-FEIN!