Wir sind in Finnland
Freitag, 10. Juli
Am Vormittag bläst es noch kräftig- Ab Mittag soll der Wind abnehmen. Alfred macht den Blog fertig und Monika geht nochmals mit Dixi und Frisbee an den Strand und inspiziert Wind und Wellen. Sie meldet: „Immer noch viel, aber weniger als Gestern“.
Um 13.00 Uhr legen wir, mit Ziel Pavilosto (Paulshafen), ab. Bei der Ausfahrt kommt uns ein dicker Holländischer Frachter entgegen. Etwas eng, .... „reichts? oder nicht?“ Der Frachter drückt auf die Hupe „TööööööööööööT“. Da ziehen wir den Schwanz ein, machen einen U-Turn und warten am Rand bis er an uns vorbei ist.... bei der Vorbeifahrt kommt der Kapitän aus der Steuerkabine und, statt freundlich zu winken, zeigt er uns den Schimpfe-Schimpfe-Finger.
Wir setzen noch im Hafenbecken die Segel und binden vorsichtshalber ein Reff ein. Zum Glück, denn, sobald wir draussen sind, schaukelt es kräftig. „Das sind mindestens 2-3 m Welle“, meint Monika. Die Hilde meistert das aber ohne Probleme, nur die Fock flattert und knattert.... Alfred hat die Fockschot nicht richtig durch den Holepunkt eingefädelt. Grosse Genugtung bei Monika, dass sie dieses Mal nicht der Sündenbock ist.
Nach einer Weile nimmt der Wind ab. Wir sollten ausreffen. Nicht so einfach, wenn’s so schaukelt. ... „Wer ausreffen will, darf’s selber machen“, sagt Monika. Alfred legt das Grossfall über die Klampe und zieht, und zieht,.....und plötzlich schwingt er neben dem Boot in der Luft, wie Tarzan an einer Liane. Die Klampe ist ausgebrochen. An der Bordwand hangelt er sich nach hinten und Monika hat Erbarmen und zieht ihn wieder an Bord ..... (heute 10 Tage später, sind die Blasen an den Händen allmählich am verheilen). Im 2. Versuch klappt es dann, die Segel stehen wieder... wir segeln schaukelnd weiter, vor dem Wind. Irgendwann, lassen die Wellen nach, aber leider auch der Wind, wir brauchen den Motor....
Als wir in Pavilosto einfahren, begrüsst uns ein alter Bekannter ..... Peter von der Happy. Wir haben ihn schon auf der Rückfahrt in Bornholm vermutet. Mit der freundlichen Hilfe des Hafenmeisters, machen wir an der kommunalen Pier fest. Laut dem letzten Internet update unseres Törnführers soll das nicht mehr möglich sein. Die Moral von der Geschicht, glaube besser nicht..... was da alles so geschrieben wird. Der Platz ist optimal, für eine familiäre sympathische Atmosphäre sorgt der hilfsbereite Hafenmeister (ein Hamburger).... unser Stromkabel ist nicht lang genug, wir können es bei unserm Nachbarn, einem Schwedischen Motorboot einstecken.
Pavilosto gefällt uns. Wunderschöner Sommerabend. Bei einem feinen Nachtessen (Lachs in Alufolie gebraten....mmmmhh FEIN) im Restaurant, gleich neben der Pier, lassen wir den Tag nochmals Revue passieren..... diese Wellen bei der Ausfahrt, ui ui ui! „...wie Tarzan an der Liane...hi hi “.... „.... wer hat die Hilde nicht im Wind gehalten? ....und wer hat dich wieder an Bord gezogen...hu hu?“ .......
Samstag, 11. Juli
Heute ist Fischerfest in Pavilosto. Wir wollen uns so einen Anlass, der Besucher aus dem ganzen Land anlockt, nicht entgehen lassen und beschliessen einen weiteren Tag zu bleiben. Jahrmarkt, High Life mit Musik, Beachvolleyball- und Fussballgrümpelturniere am Strand, Schiffsparade zum Empfang von Neptun, der landet dann mit einem Gummiboot am Strand...
Sonntag, 12. Juli
Reise, Reise. Unser heutiges Ziel ist Ventspils. Der Hafen ist alles andere als malerisch, ganz das Gegenteil von Pavilosto. Hier endet eine grosse Ölpipline aus Sibirien. Grosse Öltanks and Tanker. Eine grosse blaue Kuh grüsst von der Hafenmole. Ventspils macht wie Zürich (1994?) mit bei der europäischen Cow Parade.
Wir laufen 2 ½ km in die Stadtmitte. Monika klagt über Knieschmerzen....heute ist nicht ihr Tag. Auch hier hat es wieder die typischen Holzhäuser, in sämtlichen Variationen und Zuständen: zerfallene, chic und modern renovierte oder neugebaute.
Wir finden ein Restaurant. Die Bedienung spricht fehlerfrei Deusch. Sie studiert Deutsch an der Uni. Das Essen ist sehr gut.
Monika verliert eine weiter Partie im Backgammon. Der Spielstand lautet inzwischen 16:1. Monika ist frustriert und will wieder von neu anfangen. Wir machen’s wie beim Tennis. Der erste Satz geht an Alfred.
Montag, 13. Juli
Die Windvorhersage ist nicht sehr viel versprechend - 2-5 Knoten. Ventspils ist nicht der Ort um auf mehr Wind zu warten. Wir wollen weiter nach Estland, Möntu 44 sm entfernt ist das nächste Ziel. Wir motoren los. Vielleicht kommt doch noch Wind. Strahlend schönes Wetter. Die See ist spiegelglatt. Kein Windhauch.
Nach 4 Stunden setzt der Motor aus. Na ja, vielleicht hat er sich halt verschluckt? Er springt auch gleich wieder an und tuckert wieder, bis er nach einer halben Stunde wieder aussetzt. Dann mag er nur noch eine ¼ Stunde und schliesslich als wir gerade die Fahrrinne queren müssen setzt er alle 5 Minuten aus. Inzwischen haben wir mehr als die Hälfte des Weges zurückgelegt. Zurück nach Ventspils macht keinen Sinn. Zuletzt läuft er unter Belastung nur noch im Standgas. Ein kleiner Windhauch. Mit Motor und Segel machen wir 2-3 Knoten. 2 Stunden lang geht alles gut. Vielleicht schaffen wir es vor Sonnenuntergang (ca. 22.00 Uhr) noch bis Möntu. Dann ca. 2 sm vor dem Ziel schläft Wind ein und der Motor mag nicht mehr.
Alles Gutzureden hilft nicht mehr. Standgas-Gang eingelegt - Motor aus.... Anlassen-Standgas-Gang eingelegt-Motor aus.... Der Hafen ist in Sichtweite.Alfred ruft auf Kanal 16, 72, 10 ....keine Antwort. Wieder ....Anlassen-Standgas-Gang eingelegt-Motor aus.... Neuer Versuch Vollgas-Gang einlegen- der Motor macht einen Satz....läuft ein paar Sekunden ....und ist wieder aus. Nochmals.... ditto. Wieder Kanal 16, 72, 10 ....keine Antwort......
So geht das eine Weile. Alfred wird immer rabiater nochmal ... Vollgas-Gang einlegen- der Motor macht einen Satz .nach hinten und verschwindet gurgelnd in der Tiefe ...“Dän gang halt du Saubär“, ruft ihm Alfred hinterher.
Was tun? Wir probieren wieder Kanal 16, 72 .... und plötzlich meldet sich sich doch einer „Here is Rönbi“und fragt in perfektem Englisch, was das Problem ist und was wir brauchen...„stand by on channel 10, we will be there in half an hour“
Um 22:30 Uhr sehen wir ein Schiff aus dem Hafen kommen. Ein grosses Segelboot mit litauischer Flagge- aus Holz, mit dem Namen „Runbjarn“, Hilde’s grosse Schwester“ vollbesetzt mit einer Party in Bier-und Vodkastimmung. Wir werden ausgiebig geknipst und gefilmt und dann geht’s im Schlepp mit 6 Knoten zurück in den Hafen. Dort werfen sie die Leine los, bye, bye und fahren weiter... - wie wir später erfahren, nach Kurassaare.
Der Hafenmeister erwartet uns an der Pier und hilft uns beim Festmachen.
Möntu ist das Ende der Welt, ein Hafen, eine grosse Kühlhalle und viel Natur. Im neuen Hafengebäude gibt es moderne sanitäre Anlagen, sogar eine Sauna hat es. Eigentlich ein schönes Plätzchen, wenn nur das Problem mit dem Motor nicht wäre.
Was tun? Wir öffnen erstmal eine Flasche Wein und holen einen Parmesan aus der Vorratskiste...., dann gehen wir schlafen.....kommt Zeit kommt Rat.
Dienstag, 14. Juli
Gut geschlafen, aber die Sorgen lassen uns früh aufwachen. Ausser uns hat es noch 2 deutsche Segelboote im Hafen. Das eine kennen wir doch, oder?...Die „Manya“ war doch auch in Pavilosto und in Ventspils. Die können wir sicher fragen, ob sie uns helfen. Die besten Chancen einen neuen Motor zu bekommen haben wir in Kuressaare, dem Hauptort der Insel Saarema, ca 20 sm entfernt.. Nur wie kommen wir nach Kuressaare? Der Wind ist günstig von achtern, wir können segeln. Nur in der Kuressaarebucht führt dann eine schmale Fahrrinne bis zum Hafen, die zu segeln scheint uns doch ein bischen zu riskant zu sein.
Wir sollen vorraus segeln. Hans & Monika von der Manya wollen uns dann das letzte Stück in der Fahrrinne in den Hafen schleppen.
Wir legen ohne Problem unter Segel ab und sausen mit mehr als 5 Knoten Richtung Kuressare. Schönes Wetter. Guter Wind. Segeln vom Feinsten. Vor der Fahrrinne drehen wir bei und warten auf die Manya. Dann geht’s im Schlepp nach Kuressaare.
Oskar der Hafenmeister, ruft dem Motor - Specialist an. Eine Stunde später sind wir uns handelseinig. Der neue Motor, kommt per Schnellpost aus Tallinn, Bis morgen Nachmittag soll er da und eingebaut sein. Dass wir so schnell zu einem neuen Motor kommen, das hätten wir in unsern künsten Träumen nicht erwartet.
Gut gelaunt bummeln wir durch die hübsche Stadt und geniessen einen feinen Z’nacht auf der Terasse eines Restaurants.
Mittwoch, 15 Juli
Schönstes Sommerwetter. Wir mieten Velos. Baden, Besichtigung der Bischofsburg. Als wir am späten Nachmittag wieder zurückkommen, ist der Motor schon da und betriebsbereit. Wir haben jetzt einen Italiener: Marke Selva, 4-Takter mit dem Namen Goldfisch .... und sind 1300 Euro leichter.
Donnerstag, 16. Juli
Schönstes Wetter... Leider kein Wind Goldfisch kann gleich in Aktion treten. Unser Ziel ist Virtsu.
Virtsu ist ein Fährhafen, genau das Gegenteil von Kuressaare. Zum Lärm des Fährbetriebs kommt noch der Baulärm. Es schaukelt, dass einem Angst und Bang wird.
Wir machen uns auf die Suche nach einem Restaurant und wandern entlang der Schlange wartender Autos. „Where do you come from? ..... How do you like Estonia?” .... you must try this, best Vodka from Estonia“ so wird Alfred zu einem Vodka eingeladen. Da soll nochmal einer sagen, dass die Esten eher zurückhaltend sind.
Wir finden eine Imbissbude gleich neben der „Autobahn“. Wir schauen dem Fährbetrieb zu Ein „romantisches“ Plätzchen - wie im Film „Home“.
Freitag, 17 Juli
Weiterhin schönstes Sommerwetter. Guter Wind. Das Ziel ist Dirhami Viele Steine und Untiefen.“Da müsst ihr gut aufpassen beim Navigieren!“ warnen uns Hans & Monika und geben uns noch ein paar Tipps für die Route.
Anfangs weht noch ein laues Lüftchen. Aber Rasmus erhört Monikas Bitten und dreht die Winddüse immer mehr auf. Mit günstigem Wind, mehr oder weniger achterlich, duchqueren wir am Nachmittag die Bucht von Haapsalu.Als wir die Bucht verlassen, sehen wir einen Segler vorraus wieder einen U-Turn machen. Wenig später wissen wir warum: Der Wind hat gedreht und kommt jetzt mehr oder weniger ziemlich kräftig von vorn. Reffen? Lieber nicht. „Warum nicht nach Haapsalu?“ schlägt Monika vor. Wie wir später noch sehen werden, war das aus verschiedenen Gründen, eine sehr gute Idee. In Haapsalu gibt es zwei Yachthäfen: den alten „Yachtclub Haapaslu“ und die „Grand Holm Marina“. Laut Törnführer herrscht zwischen den beiden ein Konkurrenzkampf. Der Betreiber der Grand Holm Marina versucht die Boote mit ziemlich rabiaten Methoden an der Durchfahrt in den Yachtclub zu hindern und in die Marina zu locken. Als wir aber dort anlegen wollen, winkt uns ein Segler zu und bedeutet uns in den Yachtclub weiterzufahren. Vorsichtig tuckern wir weiter und ignorieren die Schilder „Danger“ und landen sicher im Yachtclub. Der Yachtclub hat inzwischen auch aufgerüstet. Im neuen Restaurant herrscht Hochbetrieb, scheint das neue In-Lokal zu sein. Wir zahlen die Liegebühr (250 LKs) und fragen, ob es vielleicht jemand gibt, der den ersten Service (Motor – und Getriebeölwechsel) für unseren Goldfisch machen kann. Der Hafenmeister macht ein paar Telefonanrufe. Eine halbe Stunde später kommt Sergej mit einem Mercedes vorgefahren und holt den Motor ab. 2 Stunden später ist der Motor gewartet und wieder eingebaut. Das nennt man Service, alles für 500 LKs (ca. 35 Euro).
Samstag, 18 Juli
Eigentlich wollten wir heute weiter nach Dirhami. Der Wetterbericht sagt aber wenig Wind vorraus. Beim Frühstück studieren wir nochmals den Lonely Planet und lesen, dass es täglich 17 Busse von Haapsalu nach Tallinn gibt. Wir beschliessen mit dem Bus nach Tallinn zu fahren. Zwei Stunden braucht der Bus bis Tallinn.
Die Hauptstadt Estlands ist sicher einen Besuch wert. In der Altstadt herrscht Hochbetrieb. Wir bummeln durch die Gassen, bestaunen die, nach der Wende, wunderschön restaurierten Häuser. Cafés, Restaurants und Läden, Läden, Läden ….. unsere Tussis hätten sicher ihre helle Freude an Tallinn.
Nach ein paar Stunden lassen wir uns fussmüde und hungrig auf der Terasse des „Syrtaki“ nieder und geniessen eine Auswahl von griechischen Vorspeisen..... Alfred bekommt von einem Tischnachbarn, einem griechischen Restaurantbesitzer aus Flensburg, einen Ouzo spendiert und muss versprechen, bei seinem nächsten Besuch in Flensburg im dortigen Syrtaki einzukehren.
Um 9 Uhr fahren wir mit dem letzten Bus zurück nach Haapsalu. Der Busfahrer ist so nett und nimmt uns auf seinem Heimweg bis zum Yachthafen mit und erspart uns 2 ½ km Fussmarsch. In beiden Hafenrestaurants ist die ganze Nacht eine Party zu Gange, mit Musik (die beiden Yachthäfen scheinen auch einen Konkurrenzkampf zu haben „wer kann am lautesten“!) und Feuerwerk, ein grosses Holzfeuer wird angezündet und brennt lichterloh .... schliesslich muss die Feuerwehr kommen und es löschen.
Sonntag, 19. Juli
Weiter mit Ziel Dirhami, an der Nordwestspitze Estlands. Guter Wind – Segeln vom Feinsten.
Dirham, hübscher Hafen am Ende der Welt. Neue Anlagen, EU finanziert.
Freundlicher Empfang vom Hafenmeister: „Welcome in Dirhami Harbour, my name is Diet.....“
Es ist schwül heiss. Wir nehmen ein Bad am nahen Strand. Dixi kann nicht genug bekommen... rein ins Wasser....im Sand wälzen...... rein ins Wasser....im Sand wälzen....
am nächsten Morgen kehren wir haufenweise Sand auf dem Boot zusammen.
Wie erwartet, kommt ein Gewitter. Zum Glück sind wir früh gestartet. Monika macht Siesta. Alfred macht sich an die Aktualisierung des Blogs.
Montag, 20. Juli
Wind SW 5-6 Bft, in Böen mehr – zu viel für die Überfahrt nach Hanko in Finnland. Wir machen einen Hafentag. Ausschlafen, Blog schreiben, Walderdbeeren sammeln (Dixi mag auch Erdbeeren und sammelt (frisst) eifrig mit uns um die Wette).
Ca 400m vom Hafen entfernt hat es einen kleinen Laden, mitten im Wald. Dort kaufen wir nochmals ein und brauchen unsere letzten EKs.
Wir wollen morgen die Überfahrt nach Finnland wagen. Der Wetterbericht hat für morgen weniger Wind vorhergesagt, allerdings ab 14 Uhr soll er wieder zunehmen.
Dienstag, 21. Juli
6.30 Uhr - Leinen los. Vorsichtshalber haben wir ein Reff eingebunden. Draussen hat es Wellen...Uiuiuiiiii....und schaukelt gewaltig. Wir setzen Segel und fahren mit 5-6 Knoten. „Das läuft ja prima“, meint Alfred, „Zeit für einen zweiten Kaffee“. 2-3 Stunden später lässt der Wind nach. Wir machen nur noch 4-5 knoten. Das hat die üblichen Diskussionen über „Ausreffen-oder-nicht“ zur Folge „Man kann ja nicht ewig mit angezogener Handbremse fahren“ Zum Glück setzt sich heute Monika durch. Das Reff bleibt drin. Rasmus hat nämlich nur kurz Luft geholt. Eine halbe Stunde später bläst er wieder..... und immer mehr. Das Log zeigt wieder 6 und manchmal 7 Knoten..... Trotz Wind und Welle, Hilde liegt gut im Wasser, keine kritischen Situationen. Bald heisst es (Finn)Land in Sicht. Um 14 Uhr erreichen wir pünktlich unsern ersten Wegepunkt und steuern Hanko an. Segel bergen – alles klappt heute prima, ohne grosse Diskussionen und Aufregung. Dann finden wir auch noch den Weg, sicher vorbei an allen Untiefen und machen in einer Ecke im Osthafen, schön windgeschützt, fest. Unsere finnischen Nachbarn helfen beim Festmachen. Die Finnen sind, ganz anderst als ihr Ruf, doch hilfsbereit; stimmt mal wieder nicht, was wir im Törnführer gelesen haben. Später gibt der Nachbar, 22 Jahre Segelerfahrung; Alfred noch ein paar gute Tipps für schöne Liegeplätze für die Weiterfahrt. Von ihm erfahren wir dann auch, dass die durchschnittliche Windstärke heute Nachmittag 13 m/s war – d.h. gute 6 Bft, in Böen wohl etwas mehr. Zum Glück haben wir das nicht gewusst, sonst lägen wir immer noch in Dirhami. Dort soll, wie wir später erfahren, letzte Nacht ein tornadoartiger Sturm hinweggefegt sein und Bäume plattgelegt haben.
In Hanko herrscht Hochbetrieb. Finnland hat Ferien. Wir machen einen kleinen Spaziergang. Wunderschön, wir sind im Land der Schären angekommen.
Zur Belohnung gönnen wir uns einen feinen Z’Nacht und sinken hinterher pappsatt und hundemüde in die Kojen.
Mittwoch, 22. Juli
Wir legen einen Hafentag ein. Vorräte Einkaufen im Supermarkt. Jetzt werden wir wohl wieder mehr „Chez Alfred“ essen. Monika ist glücklich, sie hat einen Marimekko endeckt. „Han’s doch gwüsst, in jedem Dorf in Finnland git’s an Marimekko!“
Im Hafen ist heute Markt. Erdbeeren, Heidelbeeren, Zuckererbsen, Salat, .... Räucherfisch und vieles mehr.
Zum Z’Nacht kaufen wir 2 Pizzas und trinken dazu eine Flasche Rotwein aus California, die wir im Waldlädeli in Dirham gekauft haben... globalisierte Welt!